Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.

Konzertberichte

27. Januar `12  "Malcom", "F.I." und "Jessy Lost" im Jugendhaus Goddelau

Dass Freunde gepflegter Rockmusik im Goddelauer Jugendhaus auf ihre Kosten kommen, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Wenn Jugendpfleger Kai Faßnacht die Experimentierlust packt und er seine frischgekauften CDs in die Stereoanlage schmeißt, ist Musikgenuss pur garantiert. Die grandiose Show am 27. Januar im StRiedKULT-Klub dürfte aber selbst für den musikbegeisterten Groß-Gerauer eine völlig neue Erfahrung gewesen sein.

Gleich drei Bands sorgten an diesem Abend für echte Konzertatmosphäre. Jessy Lost und Benedikt Vogel, F.I. aus dem Saarland und das Mörfelder Quartett Malcom rockten im wahrsten Sinne des Wortes die Hütte. Da drei Bands auch einen gewissen Platz beanspruchen, wurde der Wechsel von der gewohnten Location im Wolfskehler Jugendraum nach Goddelau notwendig. Der typischen "Klub-Atmosphäre" tat dies jedoch kaum Abbruch.

Zum Auftakt beglückten Jessica Lapp an der Gitarre und Benedikt Vogel am Cajon die knapp 40 Zuschauer mit ihrem wohlbekannten Mix aus Coverversionen, Neuinterpretationen alter Klassiker und eigenen Stücken. Dem Publikum gefiel's und so erntete das Duo am Ende seines dreißigminütigen Auftritts den wohlverdienten Applaus. Besonders die große Bandbreite der Coversongs von "Loosing My Religion" bis "Westerland" beeindruckte die Gäste und zeigte, dass das Duo auch bei seinem zweiten Auftritt im "Klub" in der Lage war, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Nach einer kurzen Umbaupause folgte der Auftritt der Rocker F.I. Auf Einladung von "Malcom" war das Quartett extra aus dem Saarland angereist, um in "Goddelau-Rockcity" auftreten zu können, erklärte Leadsinger Andi. Die vier Musiker legten dann auch sofort los und begeisterten das Publikum mit ihrem rotzig frechen Punkrock. Zwischen vielen Midtempo und schnellen Stücken, hatte das Quartett auch einige Balladen im Programm, die ihren gelungenen Auftritt abrundeten. Auch abseits der Bühne benahmen sich die Jungs wie echte Rockstars, wie der Zustand des Backstagebreiches bewies, verriet Kai Faßnacht mit einem Augenzwinkern.

Last but not least betrat das Quartett von Malcom die Bühne. Mit ihrem fetzigen Deutschrock spielten sich Regina, Jonas, Tobi und Timo in die Herzen der Zuschauer und rundeten den Konzertabend fulminant ab. Irgendwo zwischen softem Punk und Alternative Rock angesiedelt, sorgten besonders die zahlreichen Gitarrensoli für reihenweise Gänsehautmomente, so dass man die vier jedem musikinteressierten Menschen nur ans Herz legen kann. "It's just rock'n'roll but I like it."

Sören Sponick (Darmstädter Echo)

 

28. Februar `12 „The Nuri“ – Prog-Rock mit persönlicher Note

Gleich drei Genres vereint die Band „The Nuri“ in ihrem Musikstil. Das zweite Konzert des Striedkultklubs nach der Winterpause versprach daher bereits im Voraus ein echtes Highlight zu werden. Und so kam es dann auch. 15 Zuschauer ließen sich an diesem Dienstag von dem Quintett begeistern.

„The Nuri“ – das sind Christoph Planteur am Keyboard, die Brüder Andreas und David Marx an Gitarre und Drums, Daniel Brenner am Bass und Sandra Pfeiffer an den Vocals. Mit ihrer geschickten Mischung aus Pop, Metal und Progressive Rock, der sich erfrischend unverbraucht anhört und ihrem aktuellen Album „Musicbox“ im Gepäck, traten sie am 28. März beim im Unplugged Club in Wolfskehlen auf.

Kurz nach 19 Uhr öffnet sich der Vorhang in der alten Dusche im Wolfskehler Bürgerhaus und gibt den Blick frei auf „The Nuri“. Kurzer Smalltalk zwischen Vocalistin Sandra Pfeiffer und dem Publikum und schon begann die knapp einstündige Musikalische Reise. Sofort fällt ihr tief emotionaler Gesang ins Ohr, perfekt ergänzt durch die Klänge von Christoph Planteurs Keyboard. Schon nach wenige Songs merkt man: „die können was“, entfährt es einem der erstaunten Zuschauer. Doch nicht nur zwischen Band und Publikum stimmte die Chemie, auch Leadsängerin Sandra Pfeiffer und Keyboarder Christoph Planteur lieferten sich auf der Bühne amüsante Wortgefechte.

Dieser Humor findet sich allerdings weniger in ihren Texten wieder, die eher ruhig und nachdenklich, fast schon melancholisch wirken. Und trotz der ernsten Themen, die „The Nuri“ in ihren Texten ansprechen, liefern sie eingängige Melodien, ohne sich dabei im seichten Mainstreamwasser zu verirren. Den eigenen Musikstil beschreibt das Quintett als Progressive Rock mit persönlicher Note und dieser Einschätzung kann man ohne Probleme zustimmen. Auch Fans anderer Genres dürften mit dem gelungenen Mix aus melancholisch ruhigen und schwungvollen Liedern etwas anfangen können.

„Es lohnt sich mit offenen Ohren durch die Welt zu gehen“ schrieb der Musikredakteur Sebastian Mack 2008 in einer Rezension über das Debütalbum der Band auf metal1.info. Wer „The Nuri“ live gesehen hat, weiß wovon der gute Mann spricht, allen anderen sei diese Band wärmstens ans Herz gelegt.

Link zur Homepage: http://www.thenuri.de/
 
Sören Sponick (Darmstädter Echo)
 
 

14. März `13 "Bender & Schillinger" -  Sanft, aber auch energiegeladen

Konzert – Aus Mainz kommen Bender & Schillinger in die Dusch nach Wolfskehlen, um sich zu präsentieren

WOLFSKEHLEN. 


Es soll ja Menschen geben, die akustischer Musik nichts abgewinnen können. All jenen sei der „Striedkultklub“ in Wolfskehlen empfohlen, der seit gut anderthalb Jahren jungen Künstlern aus dem Rhein-Main Gebiet eine Möglichkeit gibt, sich bekannter zu machen. Die einzige Bedingung: Live und unplugged muss es sein. Wie jetzt beim Mainzer Duo Bender & Schillinger

Was bereits vor Beginn des Konzertes auffällt, sind die vielen verschiedenen Instrumente, die auf der Bühne verteilt liegen und auf ihren Einsatz warten. Ein Cachon, eine Melodica, ein Tamburin und noch einige Instrumente mehr – da hat sich jemand viel vorgenommen. Tatsächlich kommen während des Konzerts alle genannten Instrumente zum Einsatz, was die musikalische Flexibilität des Duos beweist.

Die beiden bringen sanfte, nachdenkliche Balladen genauso wie energiegeladene Rocknummern, bei denen sich manche gealterte Rockband inspirieren lassen könnte.

Ihr gitarrenlastiger Folk-Rock mit unüberhörbaren Anleihen bei Jonny Cash, wahlweise auf Deutsch oder Englisch gesungen, kommt beim Publikum gut an. Der Versuch der Band, das Publikum auch die Setlist mitbestimmen zu lassen, funktioniert aber nicht ganz so wie gedacht. „Wir haben nur 15 Tracks, da gibt’s keinen Song mit der Nummer 69“, flachst Sänger Chris Schillinger und bietet als Ersatz die Nummern sechs und neun an.

Die lockere unkomplizierte Art von Bender & Schillinger, überträgt sich schnell auf das Jugendhauspublikum, das richtig mitgeht. Linda Bender hat daher auch keine Probleme, die Zuschauer bei dem einen oder anderen Song zum Mitsingen zu überreden.

Eine kleine Kostprobe von ihrem im Mai erscheinenden Album, hat die Band ebenfalls mit nach Wolfskehlen gebracht. Gegen eine kleine Spende dürfen die Gäste eine Hörprobe mit drei Liedern von der neuen Platte mit nach Hause nehmen. Wem die Songs gefallen, der könne es die Band auch gern wissen lassen, betont das Duo und verweist auf seinen Internetauftritt und soziale Netzwerke.

Zum großen Finale, dem soullastigen Wildwestsong „Skorpion“, wagt sich Chris Schillinger sogar direkt ins Publikum und dreht eine Ehrenrunde. Auch die Zugabe „Twentytwo hours“, eine Hommage an die Wahlheimat der beiden, die „wunderbare Stadt Mainz“, weiß zu überzeugen. So geht ein stimmiger Konzertabend zuende. Obwohl, nicht ganz: Nach der Musik laden Bender & Schillinger ihr Publikum noch zu einem gemeinsamen Plausch ein.

 
Sören Sponick (Darmstädter Echo)
 
Hier gehts zum Originalartikel auf Echo-Online: http://bit.ly/1roC9XS

 

13. Juni `13 „Haben vorher noch nie unplugged gespielt“

Konzert – Griesheimer Band „The Koda“ spielt in der Wolfskehler „Dusch“ 

WOLFSKEHLEN. 

 

Für Freunde der akustischen Musik sind die monatlichen Konzerte des Striedkultklubs schon seit Langem ein absoluter Pflichttermin. Beim letzten Konzert vor der wohlverdienten Sommerpause traten dort jetzt die vier Nachwuchsmusiker von „The Koda“ auf: Juan Andres Duerksen-Ortiz, (17) mit Gitarre und Gesang, Jannis Hektor (19) an der Gitarre, Valentin Koch (18) am Schlagzeug und Tim Ortkamp (17) am Keyboard. Zwar hatte das Konzert an diesem Abend eher den Charakter einer offenen Jam-Session, doch unterstrich dies nur den lockeren Charakter der Veranstaltungsreihe.

„Spielt einer von euch ein Instrument?“, fragte Sänger Juan-Andres Duerksen-Ortiz das Publikum gleich zu Beginn. Wer wollte, konnte sich also interaktiv an dem Auftritt beteiligen. Ganz unplugged spielten die vier Griesheimer dank Keyboardunterstützung zwar nicht, angesichts der beeindruckenden Darbietung fiel dies jedoch nicht weiter ins Gewicht.

Man merkte der Formation kaum an, dass sie erst seit gut zwei Jahren in der aktuellen Besetzung zusammenspielt, dermaßen stimmig und musikalisch wie stilistisch fehlerfrei und konsistent präsentierte sich das Alternative-Indie-Quartett. So wechselten sie nach gut der Hälfte des Sets von Alternative-Pop-Rock nahtlos zu Songs, die man eigentlich eher von einer Reggaeband erwartet hätte – ein Beweis für die große musikalische Bandbreite der Gruppe.

Das Team des Striedkultklubs nutzte das Konzert derweil, um mit Kamera und Mikrofon für sein großes Projekt im August zu trainieren. Denn die Crew wird das bunte Festival „Volk im Schloss“ im Dornberger Schloss medial begleiten. Neben Fotos und Interviews ist beispielsweise auch ein Film geplant, der den Ablauf des Festes vom Beginn bis zum Ende dokumentieren soll.

„The Koda“ zeigten sich bei ihrem Auftritt von der Kamera völlig unbeeindruckt. „Wir haben vorher noch nie unplugged gespielt“, gab Sänger Duerksen-Ortiz zwar offen zu, davon merkte man den vier Nachwuchsmusikern jedoch kaum etwas an. Auch der flüssige Wechsel zwischen den verschiedenen Stilrichtungen fügte sich nahtlos in das Spiel der Band ein.

„Wir machen alles selbst“, betonte das Quartett im Anschluss an das Konzert im ECHO-Gespräch unisono. Einige Coverversionen finden sich natürlich auch im Repertoire der Gruppe, „aber eigentlich spielen wir lieber unsere eigenen Sachen“. Eine sehr sympathische Einstellung, die auch das Publikum in der „Dusch“ restlos überzeugte.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)
 
Hier gehts zum Originalartikel auf Echo-Online: http://bit.ly/1skvosP
 

05. Oktober `13  "Garantie zum Headbangen"

Musik – Gut 180 Besucher kommen zum erstmals in der Leeheimer Kulturhalle veranstalteten „A Chance for Metal Festival“

Kann das gut gehen, wenn ein Metalfestival von Rüsselsheim in das doch eher beschauliche Leeheim umzieht? Auf jeden Fall, wie das „A Chance For Metal Festival“ am Samstagabend in der Sport- und Kulturhalle mit gut 180 Besuchern eindrucksvoll zeigte.

 „Gib dem Metal eine Chance.“ Damit ließe sich der Name des „A Chance For Metal“ Festivals (ACFMF) zumindest annäherungsweise ins Deutsche übersetzen. Rund 200 Besucher kamen am Samstagabend zur Leeheimer Erstauflage des Festivals, das bislang in Rüsselsheim beheimatet war. Die weiteren Daten: Vier Bands, vier Stunden gute Musik und viele gemeinsam feiernde Metalfans. Einige Gäste waren bereits gut eine halbe Stunde vor dem offiziellen Einlass in die Leeheimer Sport- und Kulturhalle gekommen und brachten sich dort für den Abend schon einmal in Stimmung.

Jan Müller – Schlagzeuger der Riedstädter Band „Dragonsfire“, die das Festival erneut in Eigenregie ausrichtete – zeigte sich zu diesem Zeitpunkt noch völlig entspannt und betonte im Interview mit dem ECHO „Der Name ist Programm“. Ein Verweis auf die doch eher überschaubare Hardrock- und Metalszene im hessischen Ried.

100 Karten seien allein im Vorverkauf weggegangen. „Mal schauen, was noch kommt“, fügte Müller hinzu. Insgesamt war in der Halle an diesem Abend Platz für knapp 350 Besucher, den abgetrennten „Campground“ innerhalb der Halle nicht mit eingerechnet.

Ein Pärchen kommt sogar aus den USA

Die weiteste Anreise hatte dabei ein Paar aus den USA, das derzeit im Ried Urlaub macht und sich dabei das Festival nicht entgehen lassen wollte, verriet Jan Müller. Auch die Bands habe er nicht lange überreden müssen. Mit dem Headliner „Steelpreacher“ werde man im Anschluss außerdem auf Tour gehen.

„Sind schon Leute da?“ rief der Leadsänger der Mainzer Band „Orcus Patera“, die das Festival Punkt 20 Uhr eröffnete, ins Publikum hinein. Das vielstimmige Ja, das ihm entgegenschallte, konnte man als deutliches Zeichen der Zustimmung werten. Das Black-Metal-Quintett setzte die Messlatte gleich zu Beginn recht hoch. Melodische Riffs und anspruchsvolle Soli paarten sich mit dem gutturalen Gesang von Mo Fischer – die Stoßrichtung des Festivals war damit bereits deutlich vorgegeben.

Wem während oder nach diesem schweißtreibenden Auftritt nach ein wenig Abkühlung war, der ließ sich vor der Halle vom Team des StRiedKULT - Klubs – Kooperationspartner des Festivals – verpflegen. Ihr mit Pavillon überdachter Grill wurde in den Pausen zudem ein gern angenommener Schutz gegen die Regenflut, die Petrus an diesem Abend vom Himmel schickte.

„Black Abyss“ machten im Anschluss genau dort weiter, wo „Orcus Patera“ aufgehört hatten, und boten ein regelrechtes Metalinferno und heizten dem begeisterten Publikum damit gehörig ein: Eine absolute Garantie zum Headbangen und Abrocken. Das Publikum war begeistert. Kein Wunder, hatte man vom schwäbischen Black-Metal-Quintett in den vergangenen vier Jahren doch kaum etwas gehört.

Nach diesem rundum gelungenen Auftritt mussten die Veranstalter und Lokalmatadoren von „Dragonsfire“ natürlich nachziehen und womit ging das besser als mit ihrem aktuellen Song „Speed Demon“. Wie nicht anders zu erwarten, war das Publikum begeistert.

Eine Pommesgabel als Gimmick

Wie jedes Jahr dürfe sich ein zuvor ausgeloster Fan am Ende des Konzertes über das Gimmick (lustige Zugabe) der Band – eine überdimensionierte Pommesgabel – freuen, so Frontmann Thassilo Herbert. Es folgte ein bunter Mix aus alten und bekannten Songs, Klassiker wie „Dragonsfire Rockxxx“ reihten sich Seite an Seite ein mit neuen Titeln.

Der krönende Abschluss des Festivals blieb dann „Steelpreacher“ vorbehalten. Klassischer Heavy Metal mit eingängigen Texten und die absolute Mitmachgarantie, was will das Fanherz mehr? „Seid ihr noch da?“, rief Leadsänger Preacher seinem ekstatisch-begeisterten Publikum zu. Dass jede Hand im Saal nach oben ging, war ihm Antwort und Ansporn genug, um noch drei Zugaben dranzugeben. So erfüllte sich auch das Motto, das die Veranstalter für den Abend ausgegeben hatten: „Ohne Metal macht es keinen Spaß“.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)
 
Hier gehts zum Originalartikel auf Echo-Online: http://bit.ly/1l0rfCD

12. Dezember `13 "Temporeich, mit eigener Handschrift"

Musik – „Dear Snowcap“ sorgt im Wolfskehler Bürgerhaus für eine rockige Einstimmung aufs Weihnachtsfest

Zum Jahresabschluss trat das Blues-Rock Quartett „Dear Snowcap“ im Striedkultklub auf. Gut 20 Gäste stimmten sich dort zu psychedelisch-rockigen Klängen auf das Weihnachtsfest ein.
 
WOLFSKEHLEN.

Musik und Weihnachten gehören zusammen. Aber es müssen nicht immer die alten Lieder sein, manchmal darf es auch durchaus etwas rockiger zugehen. So wie beim Jahresabschlusskonzert des Striedkultklubs (SKK), das in der „Dusch“ des Wolfskehler Bürgerhauses gegeben wurde. Zu Gast an diesem Abend: das Blues-Rock-Quartett „Dear Snowcap“.

Die „Wiederholungstäter“, wie Jugendpfleger Kai Fassnacht die Musiker ironisch betitelte – sie waren vor gut einem Jahr schon einmal im „Club“ aufgetreten –, fühlten sich sichtlich wohl. Sie eröffneten das Konzert mit einem ruhigen, fast schon besinnlich wirkenden Intro, eine gelungene Einstimmung auf das Fest der Feste. Wer nach dieser Nummer geglaubt hatte, dass Dear Snowcap nur „ruhig“ können, sah sich spätestens beim nächsten Titel eines Besseren belehrt.

Dass die Band an diesem Abend nicht völlig akustisch unterwegs war, fiel dabei kaum ins Gewicht. Der psychedelisch angehauchte Sound des Quartetts ließe sich unplugged wohl auch schwerlich rüberbringen. Fans der Gruppe fiel zudem sofort auf, dass an diesem Abend fünf Musiker auf der Bühne standen. „Wir haben den Jonas mal ganz spontan geklont“, meinte Leadsänger Christian augenzwinkernd zur Rolle des Neuzugangs. Unstimmigkeiten gab es deswegen jedoch nicht: der „doppelte Jonas“, fügte sich problemlos in das Bandgefüge ein.

Im weiteren Verlauf des Konzerts wurde deutlich, weshalb das Team des Striedkultklubs Dear Snowcap unbedingt noch einmal in der „Dusch“ auftreten lassen wollten. Temporeiche Gitarrenriffs, häufige Akkordwechsel und die eindringliche Stimme von Sänger Christian sorgten für eine ganz besondere Atmosphäre und zeugten von einer Band, die ihr Handwerk ganz eindeutig beherrscht. Sich an ihre großen Vorbilder wie Jimi Hendrix oder The Doors anzulehnen, ohne den Stil ihrer Idole bloß zu kopieren, also ihren Liedern eine eigene Handschrift zu geben, dieses Ziel hat die Gruppe ganz eindeutig erreicht.

Die locker-besinnliche Atmosphäre des Konzerts hielt nach dem Auftritt eine Weile an, sodass Musiker, Besucher und das Team des Striedkultklubs noch einige Zeit zusammensaßen und den Abend gemütlich ausklingen ließen.

Die Planungen für das kommende Konzertjahr seien noch nicht ganz abgeschlossen, sagte Kai Faßnacht im ECHO-Gespräch. Bands und Künstler die gern im „Club“ spielen möchten, könnten sich mit dem Team in Verbindung setzen, riet der Jugendpfleger, oder einfach mal Dienstagabends gegen 18.30 Uhr im Jugendhaus Goddelau vorbeischauen.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)
 
Hier gehts zum Originalartikel auf Echo-Online: http://bit.ly/1mS3O2i
 

13. Februar `14 „Ihr könnt jederzeit wiederkommen“

Konzert – „Sam Chillon“ liefert in Wolfskehlen eine mitreißende Show

Die Band „Sam Chillon“ war am Donnerstagabend zu Gast in der „Dusch“, der ehemaligen Nasszelle des Wolfskehler Bürgerhauses.
 
WOLFSKEHLEN.

So muss akustische Musik sich anhören: Das Indie-Rock-Quartett „Sam Chillon“ lieferte beim ersten Konzert des Riedstädter Striedkultklub (SKK) für dieses Jahr in der „Dusch“ im Bürgerhaus eine mitreißende Show. Die knapp 20 Konzertbesucher einschließlich Jugendpfleger Kai Faßnacht waren am Ende des Abends begeistert vom Auftritt der Treburer. „Ihr könnt jederzeit wiederkommen“, lud er die vier Musiker zu einem weiteren Auftritt ein.

Wer den Auftritt der Gruppe mit Sänger Mike (24), den Gitarristen Simon (22) und Daniel (21) sowie Daniel (22) an der Cachon erlebte, kam nicht umhin, dem Jugendpfleger beizupflichten. Egal ob mitreißende Alternativ-Rock-Songs, emotional vorgetragene Indie-Balladen, oder aktuelle Titel aus den deutschen und internationalen Hitparaden – dem musikalischen Repertoire von „Sam Chillon“ schienen kaum Grenzen gesetzt.

Dabei gaben sich die vier Musiker während ihres Auftritts betont lässig. Leadsänger Mike brauchte nicht viele Worte zu machen – seine Stimme allein reichte völlig aus, um das Publikum für sich einzunehmen. „War’s gut?“, so seine etwas naiv klingende, aber völlig ernst gemeinte Frage. Die Antwort war ein kräftiger Applaus.

Als Mike, unterstützt von seinen Bandkollegen als Chor, selbst zur Gitarre griff, zeigte sich, dass er nicht nur stimmliche Qualitäten hat. Allerdings lebte der Abend vor allem von der Wandlungsfähigkeit der Stimme des Treburers. Egal, ob Nummern der Black Eyed Peas, der Red Hot Chilli Peppers oder von Staind – für beinahe jeden Musikgeschmack war an diesem Abend etwas dabei.

Bei den beiden energisch vom Publikum geforderten Zugaben bewiesen „Sam Chillon“, dass sie auch deutsche Texte mögen – und Humor haben. Denn ein Lied, das größtenteils aus der Begrüßung aller möglichen und unmöglichen Dinge besteht (Hallo Welt, hallo Steine), hört man nicht alle Tage.

„Wir sind immer auf der Suche nach neuen Künstlern und Mitstreitern“, sagte Jugendpfleger Kai Faßnacht nach Ende des Konzerts. Wer Interesse hat, sollte sich deshalb auf der Webseite des Striedkultklubs melden oder einfach dienstags ab 18.30 Uhr im Goddelauer Jugendhaus (Weidstraße) vorbeischauen.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)
 
Hier gehts zum Originalartikel auf Echo-Online: http://bit.ly/W7J2lJ
 

03. April `14 „Dusch“ wird zum kleinsten Pub der Welt

Musik – „Sir Andrew“ spielt im Wolfskehler Bürgerhaus irische und schottische Folklieder

„Sir Andrew“ alias Andreas Hoffmann gastierte im Wolfskehler Striedkultklub, der sich für einen Abend in den wohl kleinsten Pub der Welt verwandelte.

WOLFSKEHLEN.

Die Internetenzyklopädie Wikipedia definiert einen Pub folgendermaßen: „Das oder auch der Pub (…) ist im Vereinigten Königreich, in Irland und in der Bretagne eine Kneipe und hat dort seinen festen Platz im sozialen Leben. Der Begriff leitet sich von Public House, einem der Öffentlichkeit zugänglichen Haus, ab.“ In einem solchen öffentlich zugänglichen Haus, nämlich der ehemaligen „Dusch“ im Wolfskehler Bürgerhaus, gastierte jetzt der Musiker Andreas Hoffmann, alias Sir Andrew.

„Die Hütte wird voll“, hatte das Team des Striedkultklubs bereits im Vorfeld vermutet, und so kam es dann auch. Gut 35 Gäste waren zum Konzert gekommen und erlebten dort eine kleine Premiere. Denn für gewöhnlich ist Hoffmann musikalisch mit dem Duo „Molly Alone“ oder den „Dirty Fingers“ unterwegs, sodass ein Soloauftritt für ihn eher die Ausnahme bleibt. Das Konzert sei zudem eine Art Heimspiel, bekundete der Musiker, der lange in Wolfskehlen lebte. Für diesen Abend sei er extra den „long way from Goddelau“ angereist, fügte er in bester Smalltalkmanier hinzu.

Es folgten gut anderthalb Stunden feinster irischer und schottischer Rock- und Folkmusik, durchmischt mit einigen Hits aus „Britain“ und Hommagen an den „Man in Black“ Johnny Cash. Wie es sich für einen echten Pubmusiker gehörte, bezog Hoffmann sein Publikum immer wieder mit in die Show ein. Mal sang es den Refrain, mal spielte es seinen Gegenpart in einem Gedicht von gut zehn Strophen, das er rezitierte. Spätestens bei dem Cranberries-Hit „Zombie“ war das sprichwörtliche Eis zwischen Musiker und Publikum gebrochen.

Es sei anfangs immer schwierig, das Publikum gewissermaßen „wach zu bekommen“, sagte Hoffmann im ECHO-Gespräch, aber ab der Hälfte des Auftritts seien sie „voll dabei“ gewesen. „Noch näher kann man am Künstler gar nicht dran sein“, ergänzte Jugendpfleger Kai Faßnacht, was sich auch an der Stimmung in der „Dusch“ gezeigt habe. Es „war nicht das letzte Mal, dass man ihn heute hier gesehen hat“, meinte Faßnacht zudem vielsagend und verriet, dass man Hoffmann bald vielleicht auch in einer anderen Formation im „Club“ sehen werde.

Allein zu spielen sei für ihn immer etwas Besonderes, erklärte Hoffmann im Anschluss an das Konzert. In einer Band könne sich der einzelne Musiker ab und an hinter einem Kollegen „verstecken“, und der eine oder andere falsche Ton falle dort weniger stark ins Gewicht, als bei einem Soloauftritt. Der Reiz eines solchen Gastspiels sei jedoch „mit möglichst wenig Aufwand zu versuchen, die Leute zu unterhalten“, formulierte der Musiker seinen Anspruch. Angesichts der durchweg positiven Reaktionen der Konzertgäste scheint ihm das an diesem Abend durchaus gelungen zu sein.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)
 
Hier gehts zum Originalartikel auf Echo-Online: http://bit.ly/1ynneQL
 

Pop-Rock voller Spielfreude

Konzert – In der Wolfskehler „Dusch“ treten Grayhound OCD und Scotch Avenue auf

Grayhound OCD zu Gast in der „Dusch“ – mit dem Auftritt des Quartetts aus Bensheim verabschiedete sich der Riedstädter Striedkultkklub in die Sommerpause.
 
WOLFSKEHLEN.

Für Grayhound OCD sind die Auftritte in der „Dusch‘“ im Bürgerhaus mittlerweile schon zu einer Art Heimspiel geworden. Kein Wunder, ist das Bensheimer Quartett dort in den vergangenen Jahren doch schon etliche Mal aufgetreten. So war es quasi Ehrensache, dass die Vier – am Donnerstagabend verstärkt vom Duo Scotch Avenue – das letzte Konzert des Striedkultklubs (SKK) vor der Sommerpause bestritten.

Dass die Bensheimer seit ihrem vorherigen Auftritt im „CluB“ musikalisch noch ein ganzes Stück gereift sind, war dabei kaum zu überhören. Machten damals Coverversionen noch einen großen Teil des Repertoires aus, waren diese am Donnerstag alle in einem großen Medley von Lady Gaga bis Milo zusammengefasst. Den Fokus auf das „Hauptprojekt“ Grayhound OCD zu legen hat der Formation definitiv gutgetan. So kamen in Wolfskehlen der eigene Stil und die eigene Handschrift der Bensheimer wesentlich deutlicher zur Geltung als noch beim Konzert vor einem Jahr beim Wutzdog-Festival.

Dass das Quartett „erwachsener“ und vielleicht auch ein wenig ernster geworden ist, hieß aber nicht, dass sie auch nur ein wenig von ihrer Spielfreude eingebüßt hätten. So versteht sich die Band nach wie vor auf eingängige Pop-Rock-Melodien, die live auch mal etwas härter ausfallen können. Ein wenig sanfter und lockerer ging es im Anschluss beim Auftritt von Scotch Ave zu. Ihr Motto: Cover, unplugged, kreativ. Das Duo – Eva-Stephanie Schaal und Grayhound Gitarrist Roland Holtorp – rundete den Abend mit Titeln von den Beatles bis Adele ab.

Der Auftritt sei erst das dritte Konzert überhaupt, das sie gemeinsam spielten, verriet Gitarristin Eva-Stephanie im Gespräch mit dem ECHO. Das Duo habe sich erst vor gut anderthalb Jahren gegründet. Beide Musiker sind auch noch in anderen Formationen aktiv, berichtete sie.

Natürlich sei es eine tolle Sache vor vielen Hundert Leuten, zum Beispiel auf dem Hessentag zu spielen, sagte Grayhound-Bandleader Michael Deichert. Gleichwohl habe auch ein akustisches Konzert wie in Wolfskehlen seinen Reiz. Der bestehe auch darin, dass man die Stücke unterschiedlich arrangieren müsse. Etwas härter und energetischer fürs große Publikum, für die „Dusch“ ein wenig ruhiger und lockerer.

Während sich Grayhound OCD und Scotch Avenue für ihre kommenden Auftritte vorbereiten, verabschiedet sich der Striedkultklub bis September in die Sommerpause. Im Herbst ist dann das Elektronikduo „Messerbrüder“ zu Gast. „Das wird etwas völlig Neues“, waren sich die Mitglieder sicher.

In Goddelau wird es im kommenden Monat aber noch einmal „hard and heavy“ hergehen. Am 27. Juni treten im Jugendhaus (Weidstraße 29) die beiden Rockgruppen „One Way“ und „Heavy Pleasure“ auf – live, umsonst und draußen.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)
 
Hier gehts zum Originalartikel auf Echo-Online: http://bit.ly/1oF4eX5
 

Zeitreise von Hendrix zu den Doors

Musik – Zwei Bands spielen beim Rockkonzert des StRiedKULT - Klubs im Goddelauer Jugendhaus

„Rock am Ring“ kennt man. Doch „Rock in Golle“ ist nach wie vor etwas Besonderes im Ried. Um diesen Umstand zu ändern, traten jetzt die beiden Rockgruppen „Oneway“ und „Heavy Pleasure“ im Goddelauer Jugendhaus auf.
GODDELAU.

Eigentlich hat sich der Riedstädter Striedkultklub bereits in die wohlverdiente Sommerpause verabschiedet, aber ein Konzert im Goddelauer Jugendhaus – „das geht immer“. Die Auftritte der beiden Rockgruppen „Oneway“ und „Heavy Pleasure“, verfolgten dabei gut 50 Zuhörer.

  

Beide Gruppen wurden dabei von etlichen Fans begleitet, die an diesem Abend für die nötige Stimmung sorgten. Kein Wunder, liegt Riedstadt doch quasi „vor der Haustür“ der beiden Bands; wobei die Anreise für „Heavy Pleasure“ (Griesheim) die nach dem Groß-Gerauer Alternative-Rock Quintett „Oneway“ auftraten, sogar noch ein wenig kürzer ausfiel. Der Fünfer aus der Kreisstadt hielt sich indes nicht auf mit langen Vorreden, sondern orientierte sich am Motto: Kurze Ansagen, knackige Texte, klare Melodien und gute Musik.

Ihr atmosphärisch-emotionaler Rock kam offenbar beim Publikum an, das zu Beginn des Auftritts noch in vornehmer Distanz zur Bühne stand, später dann aber immer näher heranrückte. „Wir verarbeiten in unseren Texten Themen aus unserem Alltag, die jeder schon einmal erlebt hat“, erläuterten die Sänger und Gitarristen Lukas Merkl und Philipp Draxler, deren Mikrofone das ganze Konzert über leider etwas zu leise eingestellt waren.

Der musikalischen Qualität der Gruppe tat dieser Umstand indes keinen Abbruch. Trotz ihrer Jugend – alle Bandmitglieder sind 16 Jahre alt – hat die Gruppe bereits zwei Mal auf dem Schlossgrabenfest in Darmstadt gespielt. Vergangenes Jahr gewannen sie dort zudem den Newcomer-Wettbewerb.

Während sich das Groß-Gerauer Quintett eher an den aktuellen Größen der Rockmusik wie etwa „Linkin Park“ oder „Incubus“ zu orientieren schien, war der Garage-Rock (ein Sinnbild, das man auch gern wörtlich nehmen darf) von „Heavy Pleasure“ vornehmlich in den „good old Sixties“ angesiedelt. Wie es bei Konzerten mit solch unterschiedlichen Bands (leider) üblich ist, fluktuierte die Anzahl an Konzertgästen zwischen den beiden Gruppen erheblich, pendelte sich jedoch zum Ende hin etwa wieder bei den anfänglichen 50 Zuhörern und Zuhörerinnen ein.

Denn der Vierer aus Griesheim legte im Vergleich mit „Oneway“ noch eine ganze musikalische Schippe drauf. Während der Zeitreise von Hendrix über Led Zeppelin zu den Doors war es schlicht unübersehbar, dass das Quartett schon länger zusammenspielt als die Groß-Gerauer, die ihre Sache aber dennoch keineswegs schlecht machten.

Das sei auch einer der Grundgedanken hinter den „verstärkten“ Konzerten im Goddelauer Jugendhaus, erklärten Mitglieder des Striedkultklubs (SKK) im ECHO-Gespräch. Junge Bands könnten von den Erfahrungen der älteren profitieren und umgekehrt.

„Ihr dürft gern wiederkommen“, bot Jugendpfleger Kai Faßnacht beiden Bands im Anschluss an das Konzert weitere Auftrittsmöglichkeiten in der „Erbs“ an. Ein Angebot, das beide Gruppen gern annahmen. Für den Striedkultklub geht es nun endgültig in die wohlverdiente Sommerpause, bevor dann im September der Auftritt des Elektronikduos „Messerbrüder“ in Wolfskehlen ansteht.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)
 
Hier gehts zum Originalartikel auf Echo-Online: http://bit.ly/1n7xuKp
 

Junge Bands beim Reifeprozess unterstützen

Musik – Im Goddelauer „WoGo United“ ging das dritte Lokalmatadoren-Konzert der Kreiskulturinitiative über die Bühne

Das dritte Konzert der Kreiskulturinitiative „Lokalmatadoren GG“ ging im Goddelauer Jugendhaus über die Bühne.
 
GODDELAU.

Alle guten Dinge sind vier – vier Termine, vier junge Bands, vier Mal gute Musik. Das ist das Ziel der Kreiskulturinitiative „Lokalmatadoren GG“. Jetzt stand der dritte der vier Gigs an, diesmal im Goddelauer Jugendhaus „WoGo United“. Gut 50 Gäste kamen.

Aus personellen Gründen waren nur drei der vier Nachwuchsgruppen am Start. Das Trash-Metal-Quartett „Electric Hellion“ aus Ginsheim hatte sich kurz vor dem Konzert von seinem Sänger getrennt und setzte in Goddelau aus. Damit ergab sich die Chance für die anderen drei Bands, sich in den Mittelpunkt zu spielen.

Den Anfang machten „Who’s Johnny“ aus Mörfelden-Walldorf. Das sympathische Trio punktete beim Publikum mit seiner stimmigen und tanzbaren Mischung aus Alternative und Funk. Dass sich die Gruppe an Größen ihres Genres wie etwa den „Foo Fighters“ und – unüberhörbar – den „Red Hot Chilli Peppers“ orientierte, machte deutlich, wohin die Reise für die 2012 gegründeten Band gehen soll.

Düsterer und auch ein wenig härter ging es im Anschluss bei den „Aurora Knights“ zu. Das ebenfalls erst 2012 gegründete Trio, das beim Auftakt der Reihe im heimischen Rüsselsheim noch ein wenig unsicher rüberkam, wirkte beim Auftritt in Goddelau gefestigter und ein ganzes Stück reifer. Es präsentierte klassischen Hardrock und gängige Alternativen Marke Eigenbau. Für Augen und Ohren unüberhörbar von „Nirvana“ und den „Queens of the Stone Age“ beeinflusst, zeigte sich ein weiteres Mal die Qualität der Tour.

Den Abschluss bildete wie bei den Lokalmatadoren üblich die „Hausband“, in diesem Fall das Indie/Alternative-Quartett „Hurricane Bar“ aus Stockstadt. Wie bei den anderen drei Bands zahlte sich die Nähe zum Publikum aus: Eine richtige Bühne gibt es im Goddelauer Jugendhaus nämlich nicht, eher eine kleine Erhebung. Eine ganz andere Atmosphäre etwa als beim Open-Air-Auftritt in Ginsheim-Gustavsburg, wo die Distanz zwischen Publikum und Band durch deren erhöhte Position auf der Festivalbühne die ansonsten guten Auftritte der Bands ein wenig schmälerte.

An ihrer Bühnenperformance müssen die Bands allerdings noch arbeiten. Dass die Gruppen ihr musikalisches Handwerk beherrschten, stand hingegen außer Frage. Aber „ein Rockkonzert ist kein Kaffeekränzchen“, sei an dieser Stelle der Frontmann der Band „Marathonmann“ zitiert. Zum Musikerdasein gehört eben auch die Interaktion mit dem Publikum, die sich nicht nur auf den Frontmann oder die Frontfrau beschränken darf.

„Junge Bands machen Fehler und müssen auch Fehler machen dürfen“, sagte der Riedstädter Jugendpfleger Kai Faßnacht dazu im Gespräch mit dem ECHO nach dem Konzert. Ein Ziel der „Lokalmatadoren“ sei es schließlich, die Nachwuchsbands bei ihrem persönlichen Reifeprozess zu begleiten und zu unterstützen. Dazu gehören etwa Workshops und Seminare – beispielsweise zum Thema Bühnenperformance am 1. November.

„Abschluss ist am 15.November in Mörfelden“, so Faßnacht zum Abschluss. Bis dahin will auch die vierte Band, „Electric Hellion“, ihre neue Sängerin präsentieren und wieder am Start sein.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)

Hier gehts zum Originalartikel auf Echo-Online: http://bit.ly/1uGp9NH

 

Harmonischer Klangteppich

Musik – StRiedKULT - Klub präsentiert in der Wolfskehler Dusch die Messer Brüder und Hahn & Suhr

Am Donnerstagabend traten das Elektronik-Duo „Messer Brüder“ und die beiden Discjockeys „Hahn & Suhr“ im Wolfskehler Striedkultklub auf.
 
WOLFSKEHLEN.

Einen Auftritt wie den jüngsten gab es im Striedkultklub (SKK) noch nicht. Beim ersten Konzert nach der Sommerpause trat das Elektronik-Duo Messer Brüder in der ehemaligen Dusch des Wolfskehler Bürgerhauses auf. Unterstützt wurden die Darmstädter dabei vom Riedstädter DJ-Duo Hahn & Suhr.

Die beiden Musiker Florian Malicke und Thomas Buchenauer als Elektronik-Duo zu bezeichnen, ist allerdings nur die allgemeinste aller möglichen musikalischen Einordnungen. Anhänger der Neuen Deutschen Welle duften sich an Kraftwerk erinnert fühlen, aber auch Einflüsse der Doors waren unverkennbar. Einzelne Gitarrenriffs schwirrten fragmentarisch in den Tracks umher, begleitet von Versatzstücken elektronischer Popmusik.

Der Klangteppich, den die Messer Brüder im Lauf des Konzerts entfalteten, wirkte dennoch in sich stimmig und harmonisch – jeder Track ein kleines Theaterstück. Vielleicht wäre ein Hörspiel aber die bessere Analogie. Orson Welles wäre gewiss stolz auf die „Brüder“, die während des gesamten Konzerts fast ohne Gesangsparts auskamen. Kurz eingespielte Passagen auf Finnisch einmal ausgenommen. „Wenn uns das mal einer übersetzen könnte, wären wir euch sehr dankbar“, merkte Florian Malicke selbstironisch an.

Zurückgekehrt von der musikalischen Zeitreise in das letzte Drittel des 20. Jahrhunderts übernahmen dann Hahn & Suhr aus Goddelau das Mischpult und bestritten den zweiten Teil des Abends. Den cineastisch-transzendentalen Synthieklängen setzten sie tanzbaren Elektro und House entgegen. Eine weitere Premiere in der Dusch: Ein DJ hatte im „Club“ zuvor noch nie aufgelegt.

Trotz dieser beiden Premieren fanden sich – wie so oft – bis auf einige Stammgäste keine anderen Besucher im Wolfskehler Jugendhaus ein. Konzerte, wie sie der Striedkultklub anbietet, scheinen in Riedstadt keinen großen Stellenwert zu haben. Flyer, Plakatwerbung, Einladungen in den sozialen Netzwerken und Mundpropaganda – Werbung macht das Team genug, wie im Gespräch mit dem ECHO zu erfahren war. Nur die Resonanz sei leider von Band zu Band sehr unterschiedlich.

„Vielleicht solltet ihr mal ein halbes Jahr gar keine Veranstaltungen machen, damit die Leute sich fragen, was ihr dann so treibt“, gab Stammgast Hubert Rabel dem SKK-Team einen nicht ganz ernst gemeinten Rat. Tatsache ist jedoch, dass es dem Striedkultklub in den vergangenen Jahren nicht gelungen ist, einen festen Stamm von an Gästen bei seinen Veranstaltungen zu etablieren.

Warum das so ist, darüber wollen sich die Mitglieder jetzt Gedanken machen. Ob die Angebote des Clubs verändert werden müssen, oder es schlicht kein Interesse für Konzertangebote wie das aktuelle gibt – es wird sich zeigen. Das klare Statement des SKK-Teams: „Wir machen weiter“.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)

Hier gehts zum Originalartikel auf Echo-Online: http://bit.ly/1ud0A9h

 

Gefühlt zehn Zugaben

Musik – „Capodesaster“ und „The Hellectric Circus“ begeistern beim Wolfskehler Striedkultclub

Volles Haus in der „Dusch“ im Wolfskehler Bürgerhaus: Beim vorletzten Konzert des Jahres spielten „Capodesaster“ und „The Hellectric Circus“ vor rund 30 Zuschauern auf.
 
WOLFSKEHLEN.

Live, umsonst und „in de Dusch“. So lautet seit nunmehr vier Jahren das Motto des Striedkultklubs (SKK). Beim vorletzten Konzert 2014 traten jetzt die Musikgruppen „Capodesaster“ und „The Hellectric Circus“ vor rund 30 Zuhörern in der ehemaligen Nasszelle des Bürgerhauses auf.

Im Gegensatz zum eher dürftig besuchten Konzert vier Wochen zuvor war im „Club“, so der zweite Spitzname der „Dusch“, diesmal kaum noch ein freier Platz zu finden. „Schön kuschelig hier“, befand auch Jugendpfleger Kai Faßnacht, der sich wie der Rest des SKK-Teams über die vielen Gäste sichtlich freute.

Mit dem multihessischen Trio „Capodesaster“ – von Rüsselsheim bis „übern Rhein“ – hatte das Team erneut einen musikalischen Glücksgriff gelandet. Sie spielten eingängige Rock- und Popcover aus den Hitparaden von einst und heute, von Phil Collins bis zu den „Kings of Leon“ – natürlich „unplugged“ – unverstärkt und akustisch. Wobei Ersteres nicht völlig zutraf, das Mikrofon hatte sich Sängerin Ari nicht nehmen lassen, was der gemütlichen-familiären Stimmung des Konzerts jedoch keinen Abbruch tat.

Zur Feierabendstimmung trug auch die geschickte Songauswahl der Band bei, die unter dem bezeichnenden Motto „Die Wurzel der Songs entdecken und neu interpretieren“ stand. Damit bewies die Gruppe zudem eindrucksvoll, dass sich jedes Lied akustisch spielen lässt.

Rauer, härter und vor allem lauter wurde es im Anschluss beim Auftritt des Southern-Rock-Quartetts „The Hellectric Circus“. „Hellectric Rock“ – sinngemäß übersetzt mit höllisch (guter) Rock – hatte die Gruppe ihren Musikstil getauft und unterhielt das Publikum im Anschluss noch eine gute Stunde mit einem Mix aus Hard-Rock-Covern und eigenen Stücken.

Die vier Musiker hatten dabei dermaßen viel Spaß auf der Bühne, dass es mitunter so schien, als würden sie gar nicht mehr herunterwollen. Nach gefühlten zehn Zugaben verließ das Quartett schließlich unter tosendem Applaus die Bühne. „Wir kommen gern wieder“, betonten beide Bands unisono, vielleicht in einer anderen Formation, vielleicht mit anderen Liedern, auf jeden Fall „haben wir Bock zu spielen“.

Während sich Bands und Publikum im Anschluss an das Konzert in den wohlverdienten Feierabend verabschiedeten, steht für das Team des Striedkultklubs der Jahresabschluss am 12. Dezember (Freitag) mit der Sixties-Rockband „Copyshop“ an.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)

Hier gehts zum Originalartikel auf Echo-Online: http://bit.ly/1z0b94B

 

Mit Stimme, Hut und Gitarre

Konzert – Uwe Schatter gestaltet mit seinen Liedern einen Abend in der Wolfskehler „Dusch“

Zum Jahresabschluss trat am Donnerstagabend der Liedermacher Uwe Schatter im Striedkultklub auf.
WOLFSKEHLEN.

Die eigene Stimme und eine Gitarre – viel mehr braucht es eigentlich nicht für ein gelungenes Konzert. Bei Uwe Schatter kommt noch ein Drittes hinzu; der Hut als Markenzeichen. Mit diesen drei Dingen trat der Liedermacher am Donnerstagabend beim Jahresabschluss des Striedkultklubs (SKK) in der ehemaligen Dusche des Wolfskehler Bürgerhauses auf.

Dass der Künstler jeden im Publikum persönlich per Handschlag begrüßt, ist bei Konzerten eher selten. Doch freute sich Uwe Schatter so sehr über die Zuhörer, dass er sich diese Geste nicht nehmen lassen wollte. Rund 30 Gäste hatten am Donnerstag den Weg in die „Dusch‘“ gefunden, viele davon Freunde und (ehemalige) Schüler von Schatter, der im Hauptberuf Musiklehrer ist.

Wenn Indiana Jones Musik machen würde, würde er wie Schatter klingen, könnte man nach den gut 90 Konzertminuten festhalten. Klare, nachdenkliche Melodien, deutsches Liedgut mit Folk- und Countryeinflüssen gemischt, ähnelten Schatters Lieder mitunter eher Reiseberichten, etwa von Besuchen im australischen Outback und Begegnungen mit den Aborigines.

„Let the sun shine“, lautete ein Liedtitel, versehen mit dem Nachsatz „in der Dusch‘“. Eine gelungene Hommage an den Striedkultklub, mit dessen Mitgliedern Schatter schon seit einigen Jahren befreundet ist. „Kennt ihr schon die Geschichte von dem Wombat und dem Emu?“, fragte der Musiker sein Publikum kurz darauf. Eigentlich, so Schatter, erzähle man sich in Australien, dass sich die beiden nicht verstehen, aber er persönlich glaube nicht daran. Und so schrieb er ein Lied über eine recht ungewöhnliche Tierfreundschaft und zeigte damit zugleich, wo er die Inspiration für seine Lieder findet; direkt im eigenen Leben.

Selbst für den Hut ein eigenes Lied

Natürlich hatte er auch dem Schlapphut ein eigenes Lied gewidmet. Bis in die neunziger Jahre hinein sei er eigentlich kein großer Hutträger gewesen, gab Schatter zu. Durch einen seiner australischen Freunde sei er dann auf den Hut gekommen, „und inzwischen erkennt mich kaum noch jemand, wenn ich ohne Hut spazieren gehe“. So berichtete das Lied von einer anderen ungewöhnlichen Freundschaft, der zwischen Uwe und seinem Hut. Als wollte sich dieser selbst beim Publikum bedanken, fiel er herunter, als sich Schatter am Ende des Songs verbeugte.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)

Hier gehts zum Original Artikel auf Echo-Online:  http://bit.ly/1zG95yn

 

„Alles außer Weihnachtsliedern“

StRiedKULT - Klub – Coverband „Copyshop“ aus Büttelborn gibt in Goddelau im Jugendhaus ein Gastspiel

Zum Jahresabschluss trat die Coverband „Copyshop“ aus Büttelborn im Jugendhaus WoGo United auf.
GODDELAU.

Ein „Anti-Weihnachtskonzert“ in der Vorweihnachtszeit? Kann das gutgehen? Das fragten sich auch die Mitglieder des Striedkultklubs (SKK) vor dem Auftritt von „Copyshop“. Sie wurden nicht enttäuscht: Mit krachenden Rock- und Popcovern sorgte die Band im Goddelauer Jugendhaus für einen gebührend markanten Abschluss des Konzertjahrs.

Das Sextett aus Büttelborn coverte sich munter durch die Titel der Hitparaden aus den vergangenen 30 Jahren, von AC/DC bis hin zu Wheatus unsterblichem Hit „Teenage Dirtbag“ und spielte quasi „alles außer Weihnachtsliedern“.

Die 15 Zuhörer fühlten sich offensichtlich gut unterhalten und gingen im wahrsten Sinn des Wortes mit. Spätestens bei Bryan Adams’ Klassiker „Summer of 69“ hielt es niemanden mehr auf den Stühlen. Besinnlicher Festtagsrock, passend zum Jahresende, mit kleinen Anleihen im Punkrockbereich, etwa bei „Blink182“, rundete das Set der Gruppe ab. Als Kritikpunkt lässt sich jedoch anmerken, dass die Instrumente bisweilen die recht leisen Stimmen der Sänger übertönten, sodass man sich anstrengen musste, die Liedtexte zu verstehen.

Nichtsdestotrotz waren am Ende des Konzerts Band und Publikum wie auch die Mitglieder des Striedkultklubs zufrieden. „Für uns geht es jetzt in die Winterpause“, freute sich das Team, ließ es sich aber nicht nehmen, im Gespräch mit dem ECHO noch kurz Rückschau auf das abgelaufene Konzertjahr zu halten.

„Für mich war der Auftritt der Messerbrüder und von Hahn & Suhr unser bestes Konzert in diesem Jahr“, sagte Christian Schmitt. Eine Einschätzung, die allgemein geteilt wurde, auch wenn sich das Team nach wie vor leicht frustriert zeigte wegen der geringen Besucherzahl bei diesem Konzert: „Das war quasi das einzige schlecht besuchte Konzert in diesem Jahr“, gab Kai Faßnacht zu bedenken. Ein weiterer Höhepunkt des Konzertjahrs war laut Philipp Kuneberger, Michel Nau und Benedikt Ruks der Auftritt von Uwe Schatter vor gut zwei Wochen in Wolfskehlen: „Die Hütte war voll, die Leute hatten Spaß. Es war ein tolles Konzert“, waren sich die SKK-Mitglieder einig.

Weiter geht es im Striedkultklub am 29. Januar (Donnerstag) mit einem Gastspiel des Folk-Rock Duos „Molly Alone“ – wie immer „live, umsonst und in de Dusch“.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)
 

Auf der Suche nach Gewissheit

Musik – „Wortblind“ kombiniert in der „Dusch“ des Wolfskehler Bürgerhauses Hip-Hop mit Rock

Eine weitere Premiere im „Striedkultklub“: Dort trat jetzt das Rap-Rock-Quintett „Wortblind“ aus Darmstadt auf.  WOLFSKEHLEN.

Hip-Hop und Rock vertragen sich nicht besonders – zumindest darin sind sich die Anhänger der beiden Musikstile einig. „Denkste“, dachten sich die fünf Jungs von „Wortblind“ 2011. Seit vier Jahren bespielt die Darmstädter Rap-Rock-Formation nun schon die großen und kleinen Bühnen der Republik und war jetzt im „Striedkultklub“ (SKK) im Wolfskehler Bürgerhaus zu Gast.

Das musikalische Pendel der Gruppe schlug dabei eindeutig in Richtung Indie-Rock beziehungsweise Alternative aus, begleitet vom kraftvollen, variantenreichen Rap von Sänger Stephan Zimmermann. Und das fernab von jedem Gangster- und Ghettoimage, das einen Großteil der deutschen Rapszene durchzieht. Die ausnahmslos deutschen Texte der fünf Darmstädter handelten dagegen von Alltagsthemen – wie sollen wir leben, wie sollen wir handeln, wo und was ist der Sinn im Leben. Kein dreckiger „Battlerap“ von der Straße also, sondern tiefsinnig-nachdenkliche Texte zu Fragen, die sich wohl jeder schon einmal gestellt hat.

Wer aber wie einst Immanuel Kant die Frage stellt „Wie sollen wir leben?“, muss darauf auch eine Antwort geben. Bei „Wortblind“ lautete sie: „Unsere Zukunft ist jetzt“ – ein starkes Statement getreu dem Motto: Der beste Zeitpunkt, um etwas anzufangen, ist jetzt. Andere Lieder behandelten die Suche nach Gewissheiten in einer Zeit immer größer werdender Unsicherheit, etwa in „Noch lange nicht angekommen“.

Bei „Schocktherapie“ kam im Anschluss wieder die härtere Seite von „Wortblind“ zum Vorschein. Der Titel war dabei Programm, wenngleich der Song im Original noch ein wenig energiegeladener und brachialer einschlägt. Denn wie im Striedkultklub üblich, trat die Band mit einem reduzierten, akustischen Set auf. Solche Auftritte seien immer eine kleine Herausforderung, verriet Sänger Zimmermann dem Publikum, machten dafür aber auch richtig viel Spaß.

„Wir testen jetzt mal, wie leise ihr sein könnt“, bat er das Publikum im Anschluss. Eine Bitte mit Hintergedanken: Denn beim letzten Song animierte er die rund 20 Gäste in der ehemaligen „Dusch“ des Wolfskehler Bürgerhauses dazu, den Refrain so laut mitzusingen, wie sie nur konnten: „Du bist nicht allein“.

„Die Texte erinnern mich an die von Bands aus den 1970ern“, meinte Stammgast Hubert Rabel im Anschluss an den Auftritt. „Das war mal was völlig anderes“, freute sich ein anderer Konzertbesucher, der sich sogleich in ein intensives Gespräch mit den Musikern vertiefte.

Auch das SKK-Team war zufrieden: „Für solche Abende veranstalten wir Konzerte.“ Mit einigen Musikern von „Wortblind“ gibt es zudem schon bald ein Wiedersehen, fügten sie hinzu. Sie werden das Team wie im vergangenen Jahr bei der Veranstaltungsreihe „Lokalmatadoren GG“ in einer Reihe von Workshops unterstützen.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)

 

Zurück in die Achtziger und weiter

Osterrock – „StRiedKultKlub“ lässt mit „Diamond“ und „Backdoorslam“ im Jugendhaus Goddelau die Wände wackeln

Beim Osterrock im Jugendhaus traten am Samstagabend die beiden Formationen „Diamond“ aus Mainz und „Backdoorslam“ aus Darmstadt auf.
GODDELAU.

Wenn es samstagabends laut wird im „WoGoUnited“ in der Weidstraße 29a, dann kann das nur eines bedeuten – der „StRiedKultKlub“ (SKK) lädt zum Konzert, live, umsonst und im Jugendhaus. „Diamond“ und „Backdoorslam“ hießen die beiden Bands, die dem Publikum beim „Osterrock“ am Samstagabend gehörig einheizten.

Mitgebracht hatten die beiden Gruppen das Beste aus der Rockmusik der sechziger und achtziger Jahre, den Hochzeiten des Blues- und Glam- beziehungsweise Hardrock. Letzterer stand Pate für die Musiker von „Diamond“. „Wir wollen alle heute etwas Spaß haben, also lasst es richtig krachen“, gab Sänger Lukas als Parole für den Konzertabend aus, was sich das Publikum nicht zweimal sagen ließ. Das SKK-Team hatte die Gruppe im vergangenen Jahr in Ginsheim-Gustavsburg auf der Bühne erlebt und sofort „vom Fleck weg verpflichtet“, wie es dem ECHO verriet.

„Das war erst unser dritter Auftritt“, verrieten die Mitglieder der 2014 gegründeten Band. So reichte die Setlist auch nur für etwa 30 Minuten, was „Diamond“ jedoch völlig ausreichte, um das Publikum für sich einzunehmen. Klare Melodien, ausgiebige Gitarrensoli und natürlich auch das rocktypische Posing, Dauerwelle inklusive – so muss Eighties Rock im Jahr 2015 klingen und aussehen.

Mit „Backdoorslam“ aus Darmstadt ging es im Anschluss musikalisch weitere 20 Jahre in die Vergangenheit – Blues- und Psychedelic-Rock „at it’s best“ waren angesagt. Im Gepäck hatte die fünfköpfige Band – am Samstagabend zum Quartett geschrumpft – die ersten Lieder aus ihrer bald erscheinenden neuen CD „Ikarus“.

Dessen Fehler, zu nahe an die Sonne heranzufliegen, oder besser, sich zu nah an die musikalischen Vorbilder anzulehnen, konnte man den fünf Musikern indes nicht nachsagen. Anders formuliert: Auch wenn „Backdoorslam“ auf der aktuellen Retrorock-Welle mitreiten, machen sie dennoch ihr eigenes Ding, modernen, tanzbaren Sechziger-Jahre-Rock.

Nach gut anderthalb Stunden und zwei Zugaben entließen die beiden Gruppen ihr Publikum ins wohlverdiente Osterwochenende. „Wir kommen gern wieder“, betonten die Bandmitglieder unisono. Ein Angebot, das das Team des „StRiedKultKlubs“ sofort und gern annahm. Während es für die beiden Bands schon am kommenden Wochenende weitergeht, ist das nächste Konzert des „StRiedKultKlubs“ erst am 7. Mai (Donnerstag). Dann wieder in der „Homebase“. In der „Dusch“ im Wolfskehler Bürgerhaus tritt das Mörfelder Alternative Quintett "PZZL" auf.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)

 

„Das persönlichste Konzert, das wir hatten“

Musik – StRiedKultKlub wird beim Auftritt von „PZZL“ zur kleinsten Disco Riedstadts

Beim letzten Konzert vor der Sommerpause trat das Mörfelder Alternative-Rock-Quintett „PZZL“ im Wolfskehler „StRiedKultKlub“ auf.
WOLFSKEHLEN.

Für das letzte Konzert vor der Sommer- oder Winterpause lässt sich der StRiedKultKlub immer etwas Besonderes einfallen: eine Band oder einen Sänger, deren Musikstil man im Ried eher selten hört. Die Mörfelder Alternative-Rockgruppe „PZZL“, die jetzt in der ehemaligen „Dusch“ des Wolfskehler Bürgerhauses vor rund 20 Zuhörern auftrat, war so eine ausgefallene Idee.

Die Assoziationen, die der Name der Gruppe weckt, sind durchaus wörtlich zu nehmen – einige Bandmitglieder kennt man schon von anderen lokal erfolgreichen Gruppen wie „Malcolm“ oder „Ballerband“. Ihre musikalische Erfahrung schlug sich entsprechend auch in den Songs des Quintetts nieder. Obwohl der Fünfer erst seit knapp einem Jahr besteht, hatte man nicht das Gefühl, eine junge, unerfahrene Band spielen zu hören. Sie boten kurzweiligen, tanzbaren Alternative-Rock mit leicht anarchistischem Unterton und eingängigen Melodien – „live, umsonst und im StRiedKultKlub“.

„Das persönlichste Konzert, das wir bislang hatten“, freute sich Sängerin Saskia über die gemütlich-familiäre Atmosphäre im „Club“. Dass „PZZL“ entgegen dem üblichen Arrangement im StRiedKultKlub nicht völlig unplugged spielten, tat der Stimmung dabei keinen Abbruch. „Wie bei einem Wohnzimmerkonzert“, befand einer der Gäste begeistert.

Auch wenn sich „PZZL“ eher auf eine härtere Spielweise verstehen – Beispiel „Face that“ – konnten die Songs auch in der reduzierten, softeren Variante überzeugen. „Eigentlich fordere ich das Publikum bei diesem Song immer zum Tanzen auf“, sagte Saskia, als sie „We’ll dance the night away“ ankündigte, was sich angesichts der eingeschränkten Platzverhältnisse im „Club“ als etwas schwierig gestaltete. Doch im Ried lässt man sich bekanntermaßen von solchen Kleinigkeiten nicht beeindrucken – der StRiedKultKlub ist eben nicht nur der kleinste Club, sondern auch die kleinste Disco in Riedstadt.

Während es für die fünf Musiker von „PZZL“ bereits zwei Tage später mit dem nächsten Konzert weiterging, verabschiedete sich der „StRiedKultKlub“ mit dem Konzert in die Sommerpause. Weiter geht es im Oktober mit dem Auftritt der Darmstädter Folk-Pop-Band „Lauschig“.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)

 

Eine Chance für junge Bands

LOKALMATADOREN Drittes Konzert in Goddelau vor begeistertem Publikum / Nächster Termin ist am 14. November

GODDELAU - (sös). Das dritte von vier Konzerten der Veranstaltungsreihe „Lokalmatadoren“ im Kreis Groß-Gerau war am Samstagabend im Jugendhaus WoGo United angesagt.

Vier Bands, vier Städte, vier Konzerte – auf diesem einfachen Rezept beruht die Veranstaltungsreihe „Lokalmatadoren“ der Kreisjugendförderung. Das dritte Konzert der Reihe war am Samstagabend im Goddelauer Jugendhaus WoGo United. Rund 50 Personen, Familie, Freunde und Fans der vier Nachwuchsbands feierten und rockten dort bis spät in die Nacht.

Den Anfang machte das Crossover-Quartett „Facing the sun“, das, ohne Zeit zu verschwenden, gleich aufs Ganze ging und dem Publikum gehörig einheizte. Die vier spielten eingängige Nu-Metal-Cover mit leicht anarchistischem Einschlag und sozialkritischen Texten. Die Aufforderung, richtig abzurocken und mitzufeiern setzte das Jugendhaus-Publikum sofort um. „Ihr seid ein geiles Publikum“, rief Sänger Sven Bockelmann ihm zu.

Dieser starken Vorlage wollten die vier von „Antimon“ nicht nachstehen. Erst im April gegründet, schloss die Symphonic-Rock-Band nahtlos und ohne Qualitätsverlust an ihre Vorgänger an. Im Gegensatz zu den ersten beiden Konzerten der Gruppe traten „Antimon“ in Goddelau in leicht veränderter Formation an. Seine Drums hatte Schlagzeuger Andreas an diesem Abend gegen ein Cachon ausgetauscht, was der Qualität der Darbietung keinen großen Abbruch tat.

Nicht nur beim Publikum, auch zwischen den Bands schien die sprichwörtliche Chemie zu stimmen; alle Bands blieben bis zum Ende des letzten Konzertes da, feuerten die anderen an und feierten mit, was heutzutage nicht immer selbstverständlich ist. Dieses Miteinander auch zwischen den Bands zu fördern, sei ein integraler Bestandteil der Lokalmatadoren-Reihe, betonten die beiden Jugendbetreuer Klaus Steinki und Kai Faßnacht.

Das Septett „Sound.File“ wusste ebenfalls zu überzeugen. Ein wenig Rock, ein wenig Soul, ein wenig Funk – und fertig war der Stil des furiosen Siebeners, der aus der Mörfelden-Walldorfer Musikschule hervorgegangen ist. Zwar ein wenig softer und leiser als die beiden Vorgänger, dafür aber nicht weniger überzeugend, spielten sie Rock- und Popcover.

Nach einer weiteren Umbaupause betraten dann die Lokalmatadoren von „Fading Sunday“ die Bühne. Auch wenn die Uhr bereits nach Mitternacht zeigte, das Publikum war noch da und ‚hatte Bock‘. Vom Musikstil eigentlich eher im Alternative-Rock beheimatet, klang das Quartett wie eine in die Gegenwart geholte Version der US-Rocker „Blink182“. Von Genregrenzen schienen die Musiker nichts zu halten – mal drifteten sie in Richtung Hardrock, mal in Richtung Punkrock – die Einflüsse und Lieder des Vierers wirbelten nur so durcheinander.

Mit einem wahren Gitarrenfeuerwerk entließen sie ihr Publikum nach knapp vier Stunden Konzertdauer, nicht ohne an den Abschluss der Veranstaltungsreihe zu erinnern. Dieser ist am 14. November im Mörfelder Jugendhaus.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)

 

Frech, provokant und mit eingängigen Melodien

KONZERT „Lauschig“ aus Darmstadt geben ein Gastspiel in der Wolfskehler „Dusch“

WOLFSKEHLEN - (sös). Beim letzten Einzel-Konzert des „StRiedKultKlubs“ für dieses Jahr trat das Folkpop-Quartett „Lauschig“ aus Darmstadt in der ehemaligen Nasszelle des Bürgerhauses auf.

Das Wort „lauschig“ bezeichnet laut Duden ein „verborgen und gemütlich“ gelegenes Plätzchen. Eine Eigenschaft, die auch auf den „StRiedKultKlub“ (SKK) zutrifft, der, obwohl direkt in der Wolfskehler Ortsmitte gelegen, nach fast fünfjährigem Bestehen immer noch als Geheimtipp für Fans guter akustischer Musik im Ried gilt. Beim einzigen Konzert in der zweiten Jahreshälfte trat dort das Folk-Pop-Quartett „Lauschig“ aus Darmstadt vor rund 15 Gästen auf.

Mit „verborgen und gemütlich“ konnten die Vier jedoch gar nichts anfangen. Sie setzten auf provokant-freche Texte mit eingängigen Melodien, die so schnell nicht mehr aus dem Ohr gingen. Als Beispiel dafür stand der Titel „Fräulein Besserwisser“, in dem sich Sängerin Anja Altrichter ironisch und leicht boshaft über diesen unangenehmen Menschenschlag ausließ, der zu allem und jedem seinen Senf dazugeben muss.

Balladesk ging es weiter mit dem guten Gefühl, das einen beschleicht, wenn man ein glückliches Kind auf dem Spielplatz sieht und dabei an die eigene Kindheit zurückdenkt. Ein nahtloser Übergang von spöttisch-provokant zu tiefsinnig und nachdenklich, den man dem Quartett ohne weiteres abnahm. Das galt auch für den „Regensong“, eine Reminiszenz an das Jahr 2014, als die Gruppe bei jedem Festival „unter strömendem Regen“ auftrat.

Dass die vier von „Lauschig“ auch über sich selbst lachen können bewiesen sie mit dem Titel „Uns kennt niemand, euch kennt jeder“, in dem sie das luxuriöse Leben der Superstars dem harten Alltag all der Musiker gegenüberstellten, die noch groß herauskommen wollen. Leider läuft nicht immer alles wie gewünscht oder wie im Film, was eigentlich recht schade sei, befand Anja Altrichter und sang „Wenn das Leben ein Film wär’“, den aktuellen Single-Titel von „Lauschig“.

Einen starken persönlichen Bezug hatte auch „Hinterm Regenbogen links“, das den Verlust eines geliebten Menschen musikalisch verarbeitete. Ein kleiner, aber ausdrucksstarker Song, der direkt ans Herz ging. Vom Abschiednehmen handelte auch die Ballade „Stumm“ über ein Paar, das sich am Ende seiner gemeinsamen Zeit nichts mehr zu sagen hat und nur noch wortlos dem Beziehungsende entgegen wartet.

Zum Abschied ein brandneuer Song

Mit „Schublade“, einem Plädoyer für oder gegen Schubladendenken – „das dürft ihr euch dann aussuchen“ und der Ballade „Erinnerung“, beschloss „Lauschig“ nach gut anderthalb Stunden den Konzertabend im „Club“. So ganz ohne Zugabe durften die vier Darmstädter die „Dusch‘“ dann aber doch nicht verlassen und spielten zum Abschluss mit „Herz und Verstand“ noch einen völlig neuen Song, erst wenige Tage vor dem Konzert fertiggestellt. „Wir wissen selbst noch nicht so genau, was gleich passiert“, hielten auch die Bandmitglieder den Atem an, wussten mit dem neuen Lied jedoch zu überzeugen.

Während die „Wohnzimmertour“ für „Lauschig“ bereits Ende Oktober weitergeht, steht das nächste Konzert im SKK erst am 20. November (Freitag) an. Beim „echten“ Jahresabschluss werden dann die „Druff Kapell“ und „Heavy Pleasure“  das Goddelauer Jugendhaus rocken.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)

 

Richtig ist’s, wenn es rockt und kracht

STRIEDKULTKLUB Beim Abschlusskonzert für dieses Jahr spielen die „Druff Kabell“ und „Heavy Pleausure“

GODDELAU - (sös). Beim zweiten „Treffen der Generationen“ traten am Freitagabend die Bands „Druff Kabell“ und „Heavy Pleasure“ im Goddelauer Jugendhaus auf. Das Konzert war zugleich der Jahresabschluss im „StRiedKultKlub“.

So muss ein Abschlusskonzert aussehen: Beim zweiten „Treffen der Generationen“ traten am Freitagabend die „Druff Kabell“ und „Heavy Pleasure“ im Goddelauer Jugendhaus in der Weidstraße vor rund 50 Gästen auf. Der Jahresausklang im „Klub“ war zugleich der letzte gemeinsame Auftritt mit „Druff Kabell“-Schlagzeuger Markus „Gumbo“ Fröhn.

Der Darmstädter wird die „Kabell“ nach zwei gemeinsamen Jahren verlassen, weshalb die Band an diesem Abend den „Final Fröhn“ ausgerufen hatte. Soll heißen: Bevor sich der „Bub“ endgültig verabschiedete – er strebt „neue Ziele“ an – wollten es die vier Musiker noch einmal richtig krachen lassen. Sein Nachfolger steht schon fest: Ab sofort übernimmt Stefan Scheurich den Platz am Schlagzeug.

       

Man habe wirklich versucht, etwas leiser zu sein, bekundete Sänger Volker „Benzoni“ Benz im Gespräch mit dem ECHO – aber ohne Erfolg. Denn „Druff Kabell“ ist es eben nur, wenn es laut ist, rockt und kracht. So verlegte sich der Vierer am Freitag eben auf das, was er am besten kann: beliebte Punk- und Hardrockcover aus allen Dekaden und Genres sowie Klassiker, die jeder kennt, von AC/DC bis Greenday und zurück, um mit dem Publikum eine „richtig geile Zeit“ zu haben. Dieses ließ sich nicht lange bitten und rockte kräftig mit, Headbangen und Pommesgabel inklusive. Als Benzoni zum Abschluss die Donots-Hymmne „Whatever happenend to the Eighties“ anstimmte, sang sogar das ganze Publikum laut im Chor mit, bevor die „Kabell“ der jüngeren Generation das Feld beziehungsweise die Bühne überließ.

Auch „Heavy Pleasure“ aus Griesheim sind im Goddelauer Jugendhaus nicht ganz unbekannt. Vor gut einem Jahr spielten sie schon einmal in der ehemaligen „Erbs“ und wussten schon damals zu überzeugen. Nach der starken Vorlage durch die „jungen Wilden“ wollten sie natürlich nicht zurückstehen und legten gleich richtig los. Mitgebracht hatten sie ihr aktuelles, selbstbetiteltes Album und dazu das Beste aus der Rockmusik der sechziger und siebziger Jahre.

Die vier Musiker waren wie die „Druff Kabell“ kaum von der Bühne zu bekommen und spielten gleich vier Zugaben, bevor Sänger Tommy kein bisschen müde ins Publikum rief: „Wenn ihr noch Bock habt, wir haben.“ Gesagt, getan. So gab es als Bonus noch eine „Rock’n’Roll-Freestyle-Zugabe“ obendrauf. Eine völlig frei improvisierte Version von „Johnny be good“.

Während sich der Striedkultklub in die Winterpause verabschiedet, stehen für die beiden Bands in diesem Jahr noch einige Auftritte an. Die „Druff Kabell“ ist am 19. Dezember (Samstag) bei „Melodien für Millionen“ in der Bessunger Knabenschule zu Gast. „Heavy Pleasure“ verschlägt es kommende Woche hingegen ins österreichische Innsbruck, wo sie am Freitag (27.) im „The early bird“ spielen werden. Im „Klub“ geht es am 25. Februar (Donnerstag) weiter. Dann wird das Alternative-Rock-Quartett „Destinova“ aus Leverkusen im Wolfskehler Jugendhaus spielen.

Sören Sponick (Darmstädter Echo)

 

Duo sorgt für Wohlfühl-Atmosphäre

Von Mirko Stepan (Darmstädter Echo)

KONZERT Band begeistert die Gäste im „StRiedKultKlub“ mit sanften, klaren Stimmen und Gitarrenmusik

WOLFSKEHLEN - Der „StRiedKultKlub“ im Bürgerhaus Wolfskehlen ist ein echter Insidertipp für alle, die kleine, feine Konzerte in Wohnzimmer-Ambiente mögen. Am Donnerstagabend war das Singer-Songwriter-Duo „Greg’s Fault“ zu Gast und sorgte für tiefenentspannte 90 Minuten.

„Greg’s Fault“, das sind Kisya Freisleben (22) aus Darmstadt und der gebürtige Wolfskehlener Nils Winter (25), der inzwischen in Frankfurt lebt. Ein Heimspiel also für Winter, der die kleine Bühne seit Jahren kennt, sogar das Klub-Logo vor einigen Jahren mitgestaltet hat und mit anderen Musikern hier schon aufgetreten ist. Nur den roten Teppich auf der Bühne kannte er noch nicht.

Für „Greg’s Fault“, was übersetzt „Gregs Fehler“ heißt und eine Hommage an den gemeinsamen Freund Gregor ist, durch den sich Kisya und Nils kennengelernt haben, war es die Premiere im Wolfskehlener Jugendclub. Dessen Publikum gehört bei Konzerten zwar regelmäßig eher zur Kategorie „40 Plus“ als zur „Generation Praktikum“, aber das Duo hat es geschafft, auch einige jüngere Musikfans in den „StRiedKultKlub“ zu locken – und mit rund 25 Gästen die Hütte voll zu kriegen. Trotz des anschließenden EM-Spiels der deutschen Mannschaft, worüber sich die beiden Protagonisten auf der Bühne besonders freuten. Sie hatten befürchtet, dass niemand kommen würde.

Diejenigen, die in den StRiedKultKlub kamen, hatte das Duo, das derzeit die erste EP mit sieben eigenen Songs produziert, bereits nach dem ersten Stück in seinen Bann gezogen. „Hautnah und komplett akustisch“ wollten die beiden ihren Zuhörern begegnen. Keine Mikrofone, keine Verstärker. Nur eine oder zwei Gitarren und die sanften klaren Stimmen von Kisya und Nils.

Die Sängerin nennt Norah Jones als eines ihrer Vorbilder, und tatsächlich erinnert der melancholische Gesang der 22-Jährigen an die amerikanische Künstlerin.

Obwohl sich die beiden Musiker als Singer und Songwriter verstehen, scheuen sie sich nicht, zu experimentieren. So wird aus dem Pop-Song „Love Yourself“ von Justin Bieber ein eingängiges Gitarrenstück, bei dem es den Zuhörern schwer fiel, ruhig sitzen zu bleiben. Die Musik des Duos ist trotzdem ganz klar weit weg von der Mainstream-Popmusik eines Justin Bieber.

Cover-Versionen und eigene Musik halten sich am Donnerstag die Waage. Die Stücke handeln von Beziehungsproblemen, Trennungsschmerz, Sehnsucht. Themen, die nach einer ruhigen musikalischen Untermalung verlangen und diese auch bekommen. Dass sie nicht nur die ganz ruhigen Töne beherrschen, lässt „Greg’s Fault“ immer wieder aufblitzen, etwa bei ihrer Interpretation von „Empire State of Mind“ von Alicia Keys.

Zu fast allen Liedern fällt Kisya oder Nils eine Anekdote ein. Der Bieber-Song beispielsweise erinnert Nils an einen Pub-Besuch in Glasgow, wo er das Warten auf seine Studienfreunde mit einem Karaoke-Auftritt überbrückte.

„Constant Light“ soll ihre EP heißen, die sie zum Auftritt beim Osthafenfestival in Frankfurt in knapp vier Wochen fertig bekommen wollen. Vielleicht ein Fingerzeig für die Zukunft der beiden Musiker, deren Auftritt in Wolfskehlen so entspannend wie ein Saunagang mit anschließender Massage war.

 

Musikalisch über die Meere

Von Lotte Schüler

STRIEDKULTKLUB 8.12.2016 „Zweite Hessische Gebirgsmarine“ singt Shantys in Wolfskehlen

WOLFSKEHLEN - Vom rauen Leben auf rauer See sangen am Donnerstagabend vier landständige Seebären in der Nasszelle des Wolfskehler Bürgerhauses. Sie nahmen dabei ihr Publikum mit auf eine Reise rund um den Globus und schipperten musikalisch über alle Weltmeere. Und da die vier in ihrem Alltag echte Landratten sind und am Fuße des Taunus ihre Anker geworfen haben, ist der Name „Zweite Hessische Gebirgsmarine“ schnell erklärt.

Philipp Meyer erklärt noch, warum sich echte Landratten mit der Seefahrt befassen. Sie spielten bei Life-Rollenspielen als Seemannschaft. Shantys gehörten zwangläufig zum Spiel, das wie ein improvisiertes Theater die Akteure vor immer neue Herausforderungen stellt. Und irgendwann, so Meyer, hätten sie angefangen vor Publikum zu singen. So treten neben Meyer auf: Thomas Baumann, Andreas Kunz, Dominic Seemann und Marvin Rieß (an diesem Abend nicht mit an Bord).

„Windy Weather, Stormy Weather“ (windiges Wetter, stürmisches Wetter) besangen sie das harte Leben der Matrosen. Shantys wurden ursprünglich zum Übertragen von Befehlen gesungen, meist im Rhythmus eines Schiffes bei Seegang, und erhielten erst später auch unterhaltsame Elemente. Gerne machen sich die Matrosen in ihren Liedern lustig über den unsäglichen Zustand ihres Schiffes und über fehlenden Lohn – ihre Heuer: „Waitin‘ For The Day That We Get Payed“ (Warten auf den Tag, an dem wir bezahlt werden).

Dazu hatte auch Gerd Engel etwas zu sagen, und Jugendpfleger Kai Faßnacht enterte mit dem Buch des Schriftstellers in der Hand das Deck des Klub-Raumes. Als „Münchhausen im Ölzeug“ spann Engel Seemannsgarn. Mit 60 Mark im Monat wurde er bezahlt, einschließlich der Überstunden, klagte der schreibende Seefahrer. An Land ließe sich mehr verdienen, und am meisten verdiente er als Lotse eines reichen Amerikaners, dem er 100 Dollar für kurze Lotsendienste abknöpfte. Auch ein wichtiges Thema der Seemannslieder sind die Mädchen. Die werden mal ironisch besungen bei „Big Breasted Girls Won’t Do Us Any Harm“ (Mädchen mit großen Brüsten werden uns nicht schaden) oder melancholisch „Farewell To You My Own True Love“ (Lebewohl an dich, meine wahre Liebe). Dank der Gitarren-Begleitung von Thomas Baumann wurde dieser Song besonders innig, was den Musikern begeisterten Applaus bescherte.

Kai Faßnacht brachte zu dem Thema die Geschichte von Inga Hansen an Bord. Die Dame beschreibt der Schriftsteller als Frau zwischen Wikinger und Robbenschlächter: „Von solchen Frauen muss Richard Wagner beim Komponieren geträumt haben.“ An Bord seines Schiffes Anna – das war noch der Name seiner vorherigen Freundin – half sie bei Reparaturen. Und als das Schiff während der Feier einer sehr weitläufigen Familie Hansen versehentlich im Blumenbeet strandete, da brauchte es nur die Muskelkraft aller Hansens, um den Kahn wieder flott zu kriegen.

Interessante Musiker in der ehemaligen Dusche

„Alles hat ein Ende – auch das Schiff, und das hat zwei“ kündigte Philipp Meyer den letzten Song an. Mit „Farewell And à Dieu To The Ladies Of Spain“ wollten die vier Musiker ihr Publikum verabschieden. Die ließen das nicht zu und forderten Zugaben. Speziell für Nils und weitere Fans der Gruppe sangen sie „Over The Hills And Far Away“ (Über die Hügel und weit weg), kein Shanty aber genau so mitreißend.

StRiedKULT (Straßen-Riedstadt-Kultur) – ein Projekt der Jugendpflege – holt immer wieder interessante Musiker in die Clubräume des Bürgerhauses und versammelt dabei Publikum aller Altersklassen. Den nächsten Auftritt werden Mind Blowing haben – fünf Musiker aus Dreieich – am Donnerstag, 16. Februar ab 19.30 Uhr.

 

Alle Altersgruppen vereint

Von Oliver Pfeiffer

JUGENDHAUS 17.11.2017 Rock-Konzert zieht Teenager und ältere Semester an

GODDELAU - Wer einen Abend in guter Rockatmosphäre genießen wollte, konnte dies am Freitag tun: Im Jugendhaus WoGo United in Riedstadt-Goddelau gaben die Bands „My Addiction“ und „Druff Kabell“ ein Akkustikkonzert vom Feinsten.

Der kleine Saal im Jugendhaus vermittelte die Atmosphäre eines guten Rockkonzerts in kleinem Rahmen: Die Bands spielten auf einer kleinen Bühne, die sie ein wenig über die Zuschauer erhoben und es auch den hinteren Reihen ermöglichte, das Geschehen genau zu beobachten. Für zusätzliche Stimmung sorgten tragbare Scheinwerfer in verschiedenen Farben und eine kleine Lightshow, die das Geschehen unterstrichen.

Rückkehr der Band „My Addiction“

Die Band „My Addiction“ machte nach einer kurzen Verspätung den Auftakt. Die 2004 gegründete Band begann mit eigenen englischen Rock-Alternative-Songs und hat ihre Repertoire mittlerweile um diverse Coversongs aus der Rock- und Popsparte erweitert. Nach zweijähriger Pause kehrten sie im vergangenen Jahr auf die Bühne zurück. Sie besteht aus fünf Mitgliedern zwischen 28 und 33 Jahren. An diesem Abend konnten sie nur zu viert auftreten: Sänger Sinan (Güler) musste krankheitsbedingt eine Pause im Zuschauerraum einlegen.

Mit einer bunten Mischung aus Rockmusik verschiedenster Jahrzehnte wie „Wonderwall“ von Oasis, „Zombie“ von Cranberries oder „Lila Wolken“ von Martera, Yasha & Miss Platnum. Sänger Sinan dürfte bei letzterem seine Zwangspause kurz unterbrechen und sein Können mit einer Rapsequenz zeigen. Aber auch Eigenkompositionen wurde geboten wie „Where to go“, einem Lied, das My Addiction bereits vor längerer Zeit komponiert habe.

Nach kurzem Umbau gestaltete die alteingesessene Band „Druff Kabell“ den zweiten Teil des Abends. Wie der Name sagt, hauten die vier Herren richtig in die Gitarrenseiten beziehungsweise ins Schlagzeug. Sie zeigten auf der kleinen Bühne eine Darbietung wie sie jeder Rockfan liebt. Die Zuschauer deckten eine breite Altersspanne ab: Vom Teenager über den Rockfan in den dreißiger, vierziger Lebensjahren bis zum in Würde gealterten Liebhaber von Rockmusik. Das Publikum lauschte andächtig den Darbietungen der beiden Bands.

 

Locker bleiben, Spaß haben

Von Lotte Schüler

„STRIEDKULT-KLUB“ Rüsselsheimer Rock-Band „Mr. Easy“ spielt in Wolfskehlen

WOLFSKEHLEN - Besinnliche Adventsmusik war am Donnerstag beim „StRiedKULT-Klub“ nicht zu erwarten, aber Rock-Musik der Rüsselsheimer Band „Mr. Easy“. Hinter dem Namen stecken Sänger Felix Seitz mit Gitarre, Chris Behrendt an der Lead Gitarre, Bassist Niggo und Dennis Reeg am Schlagzeug. Die Bühne mit dem Teppich vermittelte ein Gefühl von Wohnzimmer, der Zuschauerraum mit großzügigen Sitzkissen strahlte eine überaus gemütliche Atmosphäre aus. Und die Band verspricht Deutsch-Rock mit satten Gitarren und Texten, die tiefer schürfen. Sänger Felix Seitz erzählte, dass die Band in dieser Konstellation seit 2012 existiert. Vorher hätten die Musiker aber schon in anderen Bands gespielt.

Song über eine Unterhosenparty

„Es war wortwörtlich eine Schnapsidee“, nannte Seitz die Geburtsstunde der Band. „Wir trinken unfassbar gerne Bier“, bekannte er die Motivation, mit den Instrumenten im Gepäck durch die Region zu reisen. Normalerweise gäbe es bei Ihnen eine Unterhosenparty, erzählte Seitz lachend weiter und erklärte „das kann man auch als Metapher nehmen.“ Es gäbe aber eine wahre Geschichte dazu, von der Band in einem Song verarbeitet. Ein Kumpel habe sich nachts in einer Ferienwohnung verlaufen und sei in Unterhose auf der Küchenzeile eingeschlafen. Der habe damals den Prototyp einer solchen Party gefeiert.

Ernst nehmen die Musiker zunächst mal nicht so viel – „es geht darum, Spaß zu haben und darum, Kumpels und gute Freunde zu sein“, sagt der Sänger. Und der Bandname scheint eher eine musikalische Hängematte zu versprechen. Dann verrät Felix aber auch den einstmals ernsten Hintergrund des Namens. Der entstand nachdem ihn seine Freundin verlassen hatte. Als er sie noch einmal anrief, meldete sich der Neue am Handy der Freundin, völlig bekifft mit einem „das ist die … - yo!“ Damit war der Trennungsschmerz überwunden, und als kreative Trauerbewältigung entstanden ein Song und Bandname.

„Wir sind alle Helden!“ leitete Seitz den Song über einen Helden des Alltags ein. „Auch ihr ward mal Helden“ ruft er seinem Publikum zu und singt vom „heiligen Tropfen“, auch bekannt als Bier, von dem ein Kumpel reichlich genossen hatte. Ein bisschen Geplänkel mit dem Publikum gehörte auch zum Repertoire der Band. Auf die übliche Frage „geht’s euch gut?“ kommt ein „Ja – Urlaub“ aus dem Publikum und wird mit allgemeinem Lachen quittiert. „Bis zum Ende des Jahres?“ fragte Seitz. „Heute und morgen“ lautet die Antwort und ruft neue Lachsalven hervor.

Locker bleiben, Spaß haben, war das Motto der Band. Und wenn man genau hinhörte, waren auch ernsthafte Texte dabei wie der von dem Song der Zugabe, der einem Egomanen den Alleingang gegen die Welt vorwarf und gegen alles, was wirklich zählt.

Musikalisch zeigte die Band, wie sie ihre Musik authentisch und mit eigenen Ideen ihrem Publikum vermittelt. Alle Stücke sind selbst geschrieben, versicherte Seitz. Und alle Stücke erzählten irgendwie vom Alltag und den besonderen Augenblicken darin.

 

Band Scotch Ave. spielt im Wolfskehler Bürgerhaus ohne elektronischen Schnick Schnack

Von Lotte Schüler

WOLFSKEHLEN - Coversongs, wie sie bislang nicht gehört wurden, versprach Christian Schmitt vom Jugendbüro am Donnerstagabend den Besuchern des Jugendhauses. Das machte neugierig auf die Musik der Band Scotch Ave.

 

Alle Songs sind gecovert, also stammen aus den Studios mehr oder weniger bekannter Rock-und Popstars und wurden von der Band neu arrangiert. Die erste Besonderheit: keine elektronischen Verstärker. Roland Holtorp verriet die Vorliebe der Band für Musik aus den amerikanischen Charts, „aber ohne den ganzen elektronischen Schnickschnack.“ Sonja Köcher und Eva Schaal gaben allen ursprünglich von Männern gesungenen Liedern eine eigene Note, gelegentlich wurden sie stimmlich von Roland Holtorp (Gitarre und Cajon) unterstützt.

Der Song „The Look“ gehörte zu den wenigen Stücken, deren eigentliche Version von einem weiblichen Star gesungen wurde, von Marie Fredricksson des schwedischen Popduos Roxette. Spätestens beim Refrain sangen einige Zuschauer leise mit.

Beim Song „Teenage Dirtbag“ von Wheatus seien die Zuschauer in der ersten und letzten Reihe sicherlich textfest, vermutete Holtorp. Die sollten auf jeden Fall mitsingen von der unglücklichen Liebe zu einem Mädchen, das von einem Jungen nichts wissen wolle.

Die drei Musiker hatten eine ganze Kollektion unterschiedlicher Gitarren auf der Bühne. „Die werden ja immer kleiner“, witzelte ein Zuschauer, als Sonja Köcher eine Minigitarre hervorholte. „Das passiert, wenn man sie zu heiß wäscht“, konterte Eva Schaal und die Frau mit der kleinen Gitarre warnte, dass dabei sogar Saiten verloren gehen könnten.

Es war ein sehr familiärer Abend, zu dessen entspannter Atmosphäre die Wohnzimmer-Einrichtung der ehemaligen Nasszelle des Bürgerhauses beitrug. Kultur in der Dusch wurde als griffiges Markenzeichen geschaffen für die Möglichkeit, dass regionale Bands ihre Musik vor Publikum präsentieren können.

Bei einem Song, den man laut Holtorp nicht covern solle, haben die drei Musiker aber doch genau das getan – und das erfolgreich. Schon erklangen die Textzeilen „I’m sitting here in the boring room“ des Songs „Lemon Tree“ von Fools Garden.

Publikum fordert eindringlich eine Zugabe

Als der letzte Song verklungen war, forderte das Publikum eindringlich eine Zugabe. Dabei bewies die Band erneut ihre Vielfalt, als sie den bekannten Song „Oops I did it again“ von Britney Spears auf die Scotch Ave. typische Art interpretierte.

Der Name Scotch Ave stammt von der Vorliebe Eva Schaals für einen guten Scotch. Und ob die wörtliche Übersetzung die Straße von, zu, über oder durch den Scotch heißen muss, das sei situativ abhängig, meinten die drei Musiker.

 

Kultur in der Dusch: Zwei Bands heizen im Jugendclub dem Publikum musikalisch ein

Von Lotte Schüler

WOLFSKEHLEN - Wer am Donnerstagabend bei schweißtreibenden 30 Grad Außentemperatur bei der Reihe „Kultur in der Dusch“ erfrischendes Nass erwartete, der kam 20 Jahre zu spät. So lange etwa gibt es in der ehemaligen Nasszelle des Bürgerhauses keine Duschen mehr, sondern den Jugendclub, und an diesem Abend wurde den Besuchern von zwei Bands musikalisch eingeheizt.

„Wir bleiben wach, bis die Wolken wieder lila sind“, mit dem Song des deutschen Rappers Marteria (2012) begann der Abend, der musikalische Überraschungen in Wohnzimmer-Atmosphäre bereit hatte.

Start als Abi-Band am Gymnasium Gernsheim

„Lila Wolken“ besingt das Gefühl, jenseits der Alltagsbeschränkungen zu leben und den eigenen Träumen nachzugehen. Tina und Sinan als Sänger, Yvonne und Jan an der Gitarre, Manuel am Bass und Marcel am Perkussionsinstrument nennen sich „My Addiction“. Sie haben als Abi-Band am Gymnasium Gernsheim begonnen, erzählte Sinan im Gespräch. Die Auswahl treffen sie gemeinsam. Das erklärt auch die bunte Mischung, die von harten Beats in „Radioactive“ bis zu türkischen Songs reicht.

 

„Der nachfolgende Song, wenn den jemand kennt, dann fress’ ich ’nen Besen“, kündigte Sinan „Aman Aman“ an. Jungendpfleger und Hausherr Kai Faßnacht bestätigte, dass ein solches Gerät vorhanden sei. Und ein Besucher schlug vor, einen Schrubber zu nehmen, der habe weniger Kalorien. „Da wird die Türken-Karte ausgespielt“, witzelte Faßnacht nach dem Stück, bei dem orientalische Klänge sich mit okzidentalen Pop-Elementen mischten. „Mein deutscher Freund hat dieses Stück bei meiner Hochzeit gesungen“, verriet Sinan auf der Bühne. „Der weiß bis heute nicht, was er gesungen hat“, kommentierte Yvonne.

Die enge Verbindung zwischen Künstlern und Publikum trägt zur besonderen Atmosphäre der Musikabende bei. Dazu gehört auch der Wohnzimmerteppich, den Sebastian vom Pop-Punk-Quintett „Thursday in March“ bewunderte. Faßnacht hatte angekündigt, seine zweite Band sei verloren gegangen, und er habe dafür Ersatz bekommen. Das Rätsel löste Sebastian auf, der bekundete, dass die Band nur kürzlich ihren Namen geändert habe, ansonsten als Quintett seit 2016 zusammen ist. Meist spielen sie eigene Songs. „Macht mehr Spaß“, so Gitarrist Sebastian, der die Musik der Band als „Female fronted Pop Punk“ beschrieb. Die weibliche Frontfrau (female fronted) Vanessa singt stimmgewaltig die eigenen Texte. Und die Band (Tim, Sebastian, Henrik und Moritz) begleitet sie mit verzerrten Gitarrensounds – für den punkigen Teil – und eingängigen Melodien – für den poppigen Anteil.

 

Mit Dieter Bornschlegel musikalisch zurück in die Siebziger

Von René Granacher

Der Musiker alias „Bornzero“ spielt bei „Kultur in de Dusch“ in Wolfskehlen. Das Publikum im kleinen Raum ist gemischt, junge Leute genauso wie Altfans lauschen dem virtuosen Gitarrenspiel.

Der Striedkultklub präsentiert Dieter Bornschlegel in der ehemaligen Nasszelle des Wolfskehler

WOLFSKEHLEN - Zu einer Zeitreise in die siebziger Jahre waren die Besucher der „Kultur in de Dusch“ am Donnerstagabend eingeladen. In der ehemaligen Nasszelle des Bürgerhauses trat Dieter Bornschlegel alias „Bornzero“ auf, der als Gitarrist zu den Pionieren des ersten deutschen Rock-Aufbruchs vor viereinhalb Jahrzehnten gehörte. Damals spielte er bei Krautrock-Kultbands wie „Atlantis“ oder „Guru Guru“, heute ist er meist solo unterwegs. Was schon deshalb kein Problem ist, weil er mit seinem speziellen Gitarrenstil wie eine Ein-Mann-Band klingt.
 
Der kleine Raum war gut gefüllt. Die etwa 30 Gäste – gemischt aus jungen Leuten und möglichen Altfans: Gestandene Männer, die gut schon die erste Karriere des Altmeisters Bornschlegel (Jahrgang 1954) erlebt haben könnten. Was sie hörten, klang teils so psychedelisch wie die Musik aus den Siebzigern, manchmal auch clownesk, jedenfalls immer virtuos, was das Gitarrenspiel anging. Neben seinen flinken Fingern setzte der Musiker dabei auch diverse Effektgeräte ein, die mal Hall oder Verzerrung lieferten, mal wehende Geräusche, dann wieder einen an- und absteigenden Grundton. Zur Verkabelung all der Technik benutze er inzwischen Lakritzschnecken, witzelte Bornschlegel, weil die billiger seien.
 
Eine Gitarre und ein verstecktes Keyboard
 
Was er dazu spielte, klang meist wie zwei oder drei Instrumente. Die elektroakustische Gitarre hatte er oft über die Beine gelegt und spielte darauf perkussiv, schlug die Saiten also an, statt sie zu zupfen. Zusätzliche Handschläge auf den Gitarrenkörper, Shaker an den Schuhen und parallele Melodiestimmen auf den Saiten machten glaubhaft, dass da zumindest noch ein Schlagzeug und ein Keyboard irgendwo versteckt sein mussten.
 
Zum rasend schnellen Spiel auf den Saiten, dem die Augen manchmal nicht mehr folgen konnten, trat noch der Gesang, dessen Botschaften sich auch über die Jahrzehnte gerettet haben: Ermutigendes wie „Wenn nichts mehr geht, geht vielleicht noch alles“ oder Liebeslyrik in „Du bist das Leben, du bist das Licht“, auch mal Selbstironie: „Hier kommt die zweite Wahl“. Und die Absage an das Jagen nach dem großen Glück, denn „es reicht doch völlig aus, mal etwas zufrieden zu sein.“
 
In Bornschlegels Jugend war tanzbare Pop- oder Rockmusik mit deutschen Texten noch exotisch, heute ist sie längst erfolgreich und allgegenwärtig. So klingt der einstige Pionier nun als Sänger wie einer von vielen, auf der Gitarre aber macht ihm niemand etwas vor. Da zum Tanzen ohnehin kein Platz war, saßen die Zuhörer auf Stühlen oder Barhockern, lehnten an Wände oder entspannten auf Liegesäcken, während sie fasziniert das Spiel verfolgten: Finger, die über die Saiten flogen, sie mal klopften und mal streichelten, mal singen und mal nervös flirren ließen, um eine immer wieder überraschende musikalische Kulisse zu erzeugen.

Die vielen Leben einer Gitarre

Von Anke Mosch

Don Alder präsentiert im Jugendhaus feinstes virtuoses Spiel und Geschichten zu seinen selbst geschriebenen Liedern.

 
GODDELAU - Don Alder ist nicht nur ein virtuoser Akustikgitarrist, sondern auch ein begnadeter Geschichtenerzähler. Und so unterhielt der Kanadier seine Zuhörer am Samstagabend im Jugendhaus „WoGo United“ ebenso mit feinstem Gitarrenspiel wie mit Geschichten rund um seine selbst geschriebene Songs.
Wie etwa zu „Over the Top“. Aufgewachsen sei er in der Kleinstadt Williams Lake in British Columbia, erzählte Alder. Dort kenterte er als Kind mit einem selbst gebauten Boot, schluckte Flusswasser und wurde für lange Zeit sehr krank. Er hatte die verunglückte Bootstour neben dem städtischen Klärwerk veranstaltet. Aus Trost versprach seine Mutter dem bettlägerigen Jungen ein Instrument. Dieser wollte begeistert ein Schlagzeug, berichtete Alder lachend. „No way!“ (auf keinen Fall) beschied ihm die Mutter angesichts der kleinen Wohnung und so wurde es eine Gitarre. Doch eines Tages habe er auf dem Bett gesessen und entdeckt, dass er sehr wohl seine Trommeln bekommen habe, sagte Alder und schlug als Beleg einen rasanten Rhythmus auf den Gitarrenkorpus. Nicht nur das. Mit zunehmender Begeisterung entdeckte der heranwachsende Musiker, wie viele Musikgeräte in einem einzigen Instrument stecken und perfektionierte neben seiner Fingerstyle-Technik auch die Fähigkeit, die Gitarre gleichzeitig auch als Bass und Perkussion-Instrument zu nutzen. Was Alder zur restlosen Begeisterung seiner Zuhörer nicht nur mit „Over the Top" bewies, dem Song, den er allen Müttern und Vätern widmete, die ihren Kindern Instrumente kaufen.
 
Neben seinen beiden Akustik-Gitarren hatte Alder auch eine Gitarre mit gebogenen und weit ausladendem Korpushorn auf der Bühne dabei: eine „Harp Guitar" (Harfengitarre) mit zusätzlichen Basssaiten. Für dieses ungewöhnliche Instrument hat er ein Lied geschrieben, dass er „Frühaufsteher Willi!“ widmete: einem über 80 Jahre alter Bäcker, der trotz seines Alters unverdrossen mitten in der Nacht seinen Arbeitstag beginnt und Don Alder mitsamt Musikerkumpel nach einem Auftritt in seine Backstube eingeladen hatte, wie Alder erzählte. Er verriet auch, woher er seine deutschen Wortschnipsel hat: Er nehme Deutschstunden mit einem TomTom („Bitte links abbiegen“), sagte Don Alder grinsend – ein interessantes Navigationsgerät, dass sogar Worte wie „Frühaufsteher" und „Oma" kennt. Denn auch seiner geliebten Großmutter, die hundert Jahre alt wurde und deren unvergleichlichen „Spirit“ er am liebsten in Flaschen gefüllt hätte, setzte er ein musikalisches Denkmal.
Sowohl Frühaufsteher als auch Oma wurden rein instrumental gewürdigt, doch Don Alder sang auch zu vielen seiner Lieder. In einem Fall sogar mit Unterstützung des Publikums. Vor die Wahl zwischen Table Dance und Mitsingen gestellt, schmetterte die Zuhörer lieber ein „Calling“ zum gleichnamigen Song.

 

 

 

Wolfskehlen: Minnow „in de Dusch“

Von Celine Georg

Die Band Minnow ist am Donnerstag im Bürgerhaus aufgetreten und hat dort ihr Debütalbum „Not even breathing“ vorgestellt.

DIE BAND
 
Die Band Minnow hat sich vor eineinhalb Jahren gegründet. Aus dem Trio mit Sänger Jakob Langenbach, Gitarrist Dorian Röhring und Bassist Leon Walther ist inzwischen ein Sextett geworden. Hinzugekommen sind Rosalie Zeitler (Gesang und Klavier), Dominik Schmid (Gesang und Gitarre) und Schlagzeuger Paul Eberth. (cel)
 
WOLFSKEHLEN - Die Band Minnow, deren Name eine Anlehnung an kleine Süßwasser-Fischschwärme ist, ist am Donnerstag im Bürgerhaus aufgetreten und hat dort ihr Debütalbum „Not even breathing“ vorgestellt. Die Veranstaltung war Teil des StRiedKult-Projekts des Jugendbüros Riedstadt.
Sänger, Trompeter und Gitarrist Jakob Langenbach und seine Band präsentierten Indie, Folk, Pop und „nostalgische, melancholische Feldmusik“, so Langenbach. Damit spielte er auf ein Lied an, dass zuvor „das rockigste des Albums“ gewesen und extra für ein Feldkonzert umgeschrieben worden sei. Themen der Songs sind unter anderem die Sehnsucht nach der Natur, Liebe oder bestimmten Orten oder die Botschaft, dass alle Menschen gleich sind.
Die Band freute sich, in diesem „schnuckeligen kleinen Konzerthaus spielen zu dürfen“. Der Zuschauerraum, der ehemals die Nasszelle des Bürgerhauses war und deshalb Konzerte auch gerne mal als Auftritte „in de Dusch“ bezeichnet werden, bot mit Stoffhockern und Sitzsäcken bequeme Sitzmöglichkeiten der etwas anderen Art. Die mit Plakaten voriger Auftritte tapezierte Wand sowie die nostalgischen Stehlampen im Hintergrund der Bühne sorgten für ein besonderes Flair. „Irgendwie ein Wohnzimmer-Feeling“, beschrieb Langenbach das Ambiente.
Nun wechselten sich rockige Stücke sich mit Balladen ab. Gerade die Mehrstimmigkeit und das „Handgemachte“ zeichneten die ehemalige Schülerband aus. Besonders gut habe den Musikern gefallen, dass man in dem kleinen Raum mit dem Publikum direkt in den Dialog treten könne, dementsprechend viel wurde während des Auftrittes zusammen geplaudert und gelacht. Oft musste improvisiert werden, auf Grund der geringen Platzkapazität standen dem Schlagzeuger Paul Eberth beispielsweise statt seines Schlagzeuges nur ein Cajon, ein Becken und zwei Bongos zur Verfügung – was ihn allerdings nicht an seinen Schlagzeug Soli hinderte. Auch Gitarrist und Sänger Dorian Röhring sowie Bassist und Sänger Leon Walther mussten sich zunächst an die komprimierten Bedingungen der Location gewöhnen. Dadurch, dass Sängerin und Pianistin Rosalie Zeitler fehlte, mussten die Musiker ebenfalls umdenken. Deshalb wurde aus dem eigentlichen Liebesduett „Chanson“ ein Soloauftritt von Sänger und Gitarrist Dominik Schmid.
 

Jazz in der Wolfskehler „Nasszelle“

Das „Jan Jansohn Quartett“ überzeugt in Wolfskehlen damit, ein musikalisches Thema in immer neue Varianten abzuwandeln.

Von Lotte Schüler
Jan Jahnson, Ralf Witte, Christian Hamm und Michael Frassine (von links) treten bereits zum zweiten Mal in der ehemaligen „Nasszelle“ im Bürgerhaus von Wolfskehlen auf. Foto: Vollformat/Robert Heiler

Jan Jahnson, Ralf Witte, Christian Hamm und Michael Frassine (von links) treten bereits zum zweiten Mal in der ehemaligen „Nasszelle“ im Bürgerhaus von Wolfskehlen auf. (Foto: Vollformat/Robert Heiler)

 
WOLFSKEHLEN - Der Riedstädter StRiedKULT-Klub hatte am Donnerstagabend das „Jan Jansohn Quartett“ eingeladen. Die vier jungen Jazzmusiker entführten die Zuhörer in eine Welt zwischen träumerischen Spaziergängen und turbulenter Großstadt.
Wenn Jugendpfleger Kai Faßnacht vor der Bühne des Jugendhauses die Kerzen anzündet, dann wissen Stammgäste: gleich beginnt ein Abend mit ungewöhnlicher Musik in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre. Die erste Jazz-Band im StRiedKULT-Klub, nun schon zum zweiten Mal in Riedstadt, so stellt der Jugendpfleger die vier Profimusiker des „Jan Jansohn Quartetts“ vor und meinte lachend: „Scheint net so schlimm gewesen zu sein, sie kommen wieder.“
 
Und wer die Gepflogenheiten des Klubs kennt, weiß, dass hier unplugged Musik von jungen Musikern der Region gespielt wird, meist jenseits des Mainstreams.
An diesem Donnerstag übernahm zunächst das Saxofon – gespielt von Christian Hamm – die Melodie. Dann führte die E-Gitarre das musikalische Motiv weiter – vom Band Gründer Jan Jansohn gespielt, variierte die Melodie und gab es an den Saxofonisten zurück.
„Agde“ heißt das Stück, erklärte Hamm. Der Name gehe auf eine Stadt in Frankreich zurück und sei auch eine Tonfolge. Wie fast alle Stücke haben die Musiker auch dieses selbst geschrieben, hier steht Jansohn hinter den träumerischen Klängen.
Beim nächsten Stück kam das Intro mit fast geheimnisvoll wirkenden Tönen, die Schlagzeuger Michael Frassine den Becken seines Drum-Sets entlockte. Das Stück wäre fast im Mülleimer gelandet, erklärte Hamm dazu. „Es hat mir zuerst nicht so gut gefallen.“ Doch dann wurde ein weiteres Stück im Repertoire der Jazzband daraus und erhielt den Titel „Gelber Eimer“ zur Erinnerung an das Fast-Ende im Müll.
 
Während die beiden ersten Stücke eher entspannt bis meditativ waren, konnten sich die Zuhörer beim Stück „185“ in Trubel und Hektik einer Großstadt versetzt fühlen und darin treiben lassen. Beim Schreiben sei er davon inspiriert worden, wie er einmal in London eine Buslinie suchte, eben jene Nummer 185, erklärte Hamm dazu.
Und auch bei ihrem Walzer „Fire Dream“ schwangen lautmalerische Elemente durch die Musik. Das helle Spiel der Flammen nahm Hamm mit seinem Saxofon auf. Nicht nur eigene Stücke hatten die Musiker im Repertoire, auch „Midnight Blue“ von Kenny Burell (US-Jazzgitarrist) hatten sie mitgebracht, dessen Rhythmus am Ende vom Publikum durch Klatschen aufgenommen wurde. Und es entstand ein kleiner Wettstreit, wer den Rhythmus länger durchhält – mit unentschiedenem Ausgang.
„Dear Old Stockholm“ war ursprünglich ein schwedisches Volkslied, erklärte der Saxofonist. Die Band habe es als Jazz-Quartett arrangiert und in eigenen Kontext gebracht.
Eine Besonderheit der Musik des „Jan Jansohn Quartetts“ ist, ein musikalisches Thema in immer neue Varianten abzuwandeln, manchmal nur mit kleinen Unterschieden, manchmal durch die Übernahme von einem anderen Instrument auch mit ganz neuen Eindrücken versehen. Besonders deutlich wurde das bei dem „Blues für Marina“. Und da Marina nicht anwesend war, erklärte Jansohn, sei es nun ein „Lonesome Cowboy Blues“.
Natürlich entließ das Publikum die Musiker nicht ohne eine Zugabe. Die gab es in Form eines musikalischen Sonntages beim Stück „Sundays“, bei dem man sich unterschiedliche Aktivitäten vorstellen konnte, mit sehr harmonischem Ausklang.

 

Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.